Südjütland

Südjütland, der Süden des dänischen Festlands, empfängt uns mit Wind, Regen und Temperaturen um die 15 Grad. Wir lassen uns vom Wetter jedoch von nichts abhalten und fahren zunächst über den Damm durchs Wattenmeer nach Rømø. Die Insel hat den breitesten Strand Europas, den man sogar mit dem Auto befahren darf (kein Witz). Leider ist das Übernachten im Camper am Strand verboten (angeblich gibt es einen jungen Polizisten, der Karriere machen möchte und regelmäßig den Strand kontrolliert), aber es gibt einen riesigen Campingplatz hinter der letzten Düne, den wir ansteuern. Insgesamt geht es überall sehr ruhig und entspannt zu. Wir parken auf dem Strand, spazieren am Strand entlang und durch die Dünen, genießen den Wind im Gesicht und in den Haaren und erhaschen den ein oder anderen Sonnenstrahl. Das war es, was wir in diesem Urlaub erleben wollten: Meer, Wind und Ruhe. Somit ist bereits an Tag eins die Erwartung an den Urlaub erfüllt worden, auch wenn das Wetter in den nächsten Tagen gerne etwas besser werden darf…

Der Regen treibt uns bald weiter nach Norden und so gelangen wir nach Ribe und schlendern zwischen den Regenschauern durch den hübschen kleinen Ort. Das Café Quedens Gaard in Ribe ist ruhig, klein, heimelig, urig, idyllisch, skandinavisch und gemütlich – eben hyggelig, wie die Dänen es nennen. Wir trinken eine heisse Schokolade mit Schlagsahne und warten den nächsten Regenschauer ab bevor wir uns den Dom anschauen. Der Dom im Zentrum der ältesten Stadt Dänemarks ist deutlich sichtbar außen wie innen während der Entwicklung der Stadt über die Jahrhunderte erweitert, an- und umgebaut worden. Drinnen offenbart sich ein spannender Mix aus Fresken, Gemälden und modernen Mosaiken.

Wir fahren weiter nach Norden und zurück ans Meer. Die Insel Fanø westlich der Stadt Esbjerg liegt mitten im Wattenmeer (UNESCO Welterbe) und ist ein riesiger Nationalpark. Der Strand wird im Laufe der Jahre immer breiter und so hat sich zwischen den einstigen Dünen und dem Meer ein zweiter Dünenkamm gebildet. Am Strand entlang kann man mit dem Auto bis nach Sønderho, dem südlichsten Ort der Insel fahren. In Sønderho ist die Zeit stehen geblieben. Das als schönstes Dorf Dänemarks ausgezeichnete Dorf wirkt auf den Besucher wie ein Freilichtmuseum. Da auch auf Fanø Camping am Strand verboten ist, suchen wir uns den am nächsten am Strand gelegenen Campingplatz und erkunden von dort zu Fuß die Dünen und den Strand. Es ist sonnig, unserer Meinung nach sehr windig, aber traumhaft schön und angemessen warm in der Sonne. Wir genießen es ohne Uhr und Terminplan die Zeit verstreichen zu lassen bei einen Kaffee im Landy, beim Spazierengehen oder beim Lesen auf dem Campingplatz.

Wenige Kilometer nördlich von Fanø befinden sich drei weitere wunderschöne Strände. Der südlichste ist bei der Ortschaft Blåvand. Blåvand besteht aus einer sehr touristischen Einkaufsstraße und Richtung Strand aus einer Vielzahl Ferienhäuser. Von hyggelig hat der Ort so rein gar nichts. Der Leuchtturm am Ende der Straße durch den Ort ist ganz hübsch, aber aus unserer Sicht nichts weshalb man den Ort besuchen müsste. Wir suchen im Zentrum vergeblich eine Imbissbude, an der wir ein einfaches Fischbrötchen bekommen. Thai, Hot Dog, Pizza, alles gibt es, nur keinen Fisch. Uns ist es hier zu touristisch und wir fahren bald weiter nach Vejers Strand, wo es deutlich weniger überlaufen ist. Der Strandcampingplatz dort ist wundervoll gelegen mitten in den Dünen und bisher der schönste Platz des Urlaubs. Wir relaxen und lassen den Abend am Strand ganz gemütlich mit Wein, Lachs und Grissinis ausklingen (Ersatz für das Fischbrötchen), quatschen, lauschen dem Rauschen des Meeres und machen einen einsamen Nachtspaziergang durch die Dunkelheit entlang dem Meer und durch die Dünen zurück zum Fendi. Es ist ein wundervoller Abend.

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