Abstecher nach Südschweden

Wir fahren von Kopenhagen über die im Jahr 2000 in Betrieb genommene fast 8 km lange Öresundbrücke über die Ostsee nach Schweden und erreichen Malmö am späten Abend, wo wir uns für einen Stellplatz südlich von Malmö mit Strand und Blick auf die Brücke entscheiden, um die Stadt am nächsten Tag zu erkunden.

Malmö hat einen wunderschönen mit Wasserläufen und Seen durchzogenen Schlosspark, den wir bei schönstem Sonnenwetter genießen nachdem wir es geschafft haben mit Kreditkarte ein Parkticket am ausschließlich schwedisch kommunizierenden Parkautomaten zu kaufen und die ankommende Politesse abzuwehren. Im Park gibt es auch eine Windmühle. Das Schloss Malmöhus aus dem 16ten Jahrhundert am Parkrand hatten wir uns irgendwie schöner vorgestellt. Es ist ein ziemlich hässlicher von außen schmuckloser, geflickter und zusammengestückelter Klotz. Den 190 Meter hohen gedrehten Bürotower HSB Turning Torso kann man von hier gut sehen. Er ist viel eindrucksvoller als das Schloss. Am Marktplatz Stortorget in der Altstadt am Ende der kurzen Fussgängerzone Södergatan (ja, Söder wie der bayrische Ministerpräsident) steht ein Reiterdenkmal von Karl X Gustav, das den König wenig vorteilhaft zeigt. Neben dem Rathaus befinden sich in den historischen Gebäuden rund um den Platz zahlreiche Cafés. Noch besser hat uns der hübsche kleine Marktplatz Lilla Torg gefallen, der sich an den Stortorget anschließt. Der Platz ist nicht nur kleiner und heimeliger, sondern hat buntere aber ebenso alte Häuser mit teilweise hübschen Innenhöfen und wirkt skandinavisch romantisch.

Nur wenige Kilometer von Malmö entfernt liegt das im 12ten Jahrhundert gegründete Städtchen Ystad. Auch wenn es ein hübscher Ort mit bunten Fachwerkhäusern, mit Kopfsteingassen und einer netten Marina ist, würde hier ohne die Wallander Krimis von Henning Mankell vermutlich kaum ein Tourist anhalten. Ina besorgt sich kurzfristig einen Wallander-Krimi, den sie noch nicht kennt, und schmökert auf dem WoMo-Stellplatz in dem elektronischen Buch. Es stimmt schon, dass man die besondere Stimmung der Romane besser nachvollziehen kann, wenn man sie auch in der rauhen Umgebung von Schonen liest.

Am sehenswertesten in der Umgebung von Ystad ist Ales Stenar in Kåsehuvud. Es ist die größte und am besten erhaltene Schiffssetzung Schwedens, die aus 59 Felsblöcken besteht. Niemand weiß zu welchem Zweck Ales Stenar wann und von wem gebaut wurde – es könnte ein Sonnenkalender sein, ein Versammlungsort, eine Begräbnisstätte oder ein Machtsymbol. Von den Anfang und Mitte dem 20ten Jahrhundert durchgeführten archäologischen Untersuchungen und Restaurierungen fehlen leider jegliche Aufzeichnungen. Es wird jedoch vermutet, dass umliegende Strukturen zerstört wurden sowie Steine entfernt und falsch zurückgestellt wurden. Eigentlich unfassbar, dass sowas nach dem 2. Weltkrieg noch vorgekommen ist. Wir freuen uns, dass wenig los ist und es kein Dronenflugverbot gibt. Daher machen wir auch Luftaufnahmen, auf denen die Schiffssetzung am imposantesten erscheint.

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