Die Wüste im Osten des Landes ist etwa 80 km breit und 250 km lang. Wir fahren im Norden über Al-Ghabbi in den Sand. Beim Luft ablassen aus den Reifen springt ein Araber aus seinem Auto, drückt uns einen Ventilschlüssel in die Hand mit den Worten „damit geht es schneller, den könnt ihr behalten, ich habe zwei“, zeigt uns den Gebrauch an einem Reifen und ist auch schon wieder weg. Anders als wir lässt der Araber von Welt am Reifenservice den Luftdruck reduzieren – von Indern natürlich – und steigt nicht einmal aus.
Wir freuen uns auf Piste, Dünen, Ruhe, Einsamkeit und Lagerfeuer. Eine Durchquerung der Wüste bis in den Süden kommt nicht in Frage, weil wir trotz 4 Wochen Urlaub einfach nicht genug Zeit haben. Also fahren wir am späten Nachmittag gut 20 Kilometer in die Wüste hinein, um dort zu übernachten und am nächsten Tag zur Küste zurück zu fahren.
Erwartung und Realität haben nur leider wenig miteinander zu tun. Die Piste ist bestimmt 50 Meter breit ausgefahren, hat große Wellblechanteile und die omanische „Dorfjugend“ rast mit haarsträubender Geschwindigkeit mit Toyotas oder Jeeps darüber… wie in der Eifel, nur mit Sand statt Wald und Toyota statt Golf. Immer wieder lärmen Autos auch in der Dunkelheit die Dünen hoch. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, wird es wieder versucht mit mehr Drehzahl, mehr Anlauf und in einem niedrigeren Gang, und danach nochmal und nochmal. Am Hang gegenüber unserem gewählten Campingspot gibt es mindestens zehn Gruppen von Campern. Das ganze ist ein irres Schauspiel.
Ab 22 Uhr kehrt Ruhe ein, aber da ist unser Traum von Wüstenromantik schon mit dem Feuerwerk einer der Gruppen am gegenüberliegenden Dünenkamm verpufft …

