Die Forts in Nizwa und Umgebung

Nizwa war im 6. und 7. Jahrhundert die Hauptstadt der damals in dieser Region ansässigen Julanda-Dynastie und blieb bis zum 12. Jahrhundert Landeshauptstadt der Ibaditen, einer Glaubensrichtung innerhalb des Islams. Auch im 20. Jahrhundert war es kurzfristig Hauptstadt des Imamats und konkurrierte 1970 nach der Machtübernahme von Sultan Qaboos mit Muscat um den Hauptstadttitel.

Die wichtigsten, bekanntesten und weithin sichtbaren Gebäude der Stadt sind Nizwa Fort und Castle. Der gesamte Komplex wurde als Verteidigungsanlage ursprünglich im 9. Jahrhundert erbaut und im 17. Jahrhundert erneuert.

Das Fort ist ein monumentaler Turm von 45 Metern Durchmesser und 35 Metern Höhe. Im Turm befindet sich nur eine Treppe, die an jedem Richtungswechsel immer wieder durch Türen unterbrochen ist. Einige hölzerne Stufen im stockfinsteren Treppenaufgang konnten früher entfernt werden, sodass Eindringlinge in Fallgruben stürzten. Oberhalb der untersten Eingangstüre befand sich ein Schlitz in der Decke durch den vom Dach des Turmes heißes Dattelöl auf Eindringlinge geschüttet werden konnte.

Das Castle schließt sich direkt an das Fort an und wird über den gleichen Eingang und Innenhof betreten. Es hat eine unglaubliche Vielzahl Räume, die man treppauf, treppab erkunden kann. Es gibt ein Café sowie einen Andenkenladen und während unseres Besuchs spielte sogar eine traditionelle omanische Gruppe Trommeln. Man ist komplett auf Touristen und deren Amüsement eingestellt.

Entsprechend lange kann man sich hier auch aufhalten. Der Eintrittspreis beträgt mittlerweile 25 EUR für zwei Personen – das 10-fache dessen, was der Reiseführer noch angegeben hat. Dafür ist allerdings freitags Nachmittags geöffnet.

Wenige Kilometer weiter liegt in Jabrin der gleichnamige Palast. Anders als Fort und Castle in Nizwa wurde der Palast im 17. Jahrhundert als Wohnhaus und Stätte der Bildung und der Kunst erbaut. 1677 wurde die Hauptstadt des Omans hierher verlegt (als der Erbauer Imam wurde), und in diesem Zuge kamen Wehranlagen hinzu. Der Palast ist mit unglaublich schönen Decken versehen. Architektonisch ist er „kreativ“ in zwei Bereiche geteilt, einen östlichen und einen westlichen. In beiden Bereichen sind Räume und Treppen ineinander verwinkelt, dass man sich immer wieder fragt, wo man schon war und wo noch nicht. Zwischen den beiden Bereiche kann man nur im Erdgeschoss und auf dem Dach hin und her wechseln, da sich dazwischen ein unglaublich schöner Innenhof befindet, der die Bereiche voneinander trennt. Die Räume sind eingerichtet wie traditionell im Oman üblich: mit Teppichen, Kisten und Truhen sowie „Dekoartikeln“ in Mauernischen. Insbesondere die Bibliothek hat es Ina angetan. Das ganz Schloss wirkt wie aus tausend und einer Nacht.

Bahla hatte ab dem 12. Jahrhundert den Titel der Landeshauptstadt inne, bevor es diesen wieder verlor. Das sehenswerte Schloss in Bahla, das größte Lehmfort im Oman, steht auf der Liste der schützenswerten Bauten der UNESCO. Wir haben es leider nur von außen besichtigen können. Gebaut wurde es auf den Resten einer älteren Anlage im 17. Jahrhundert und dann immer wieder erweitert, ergänzt und renoviert. Sein Grundriss ist angeblich dreieckig (das ist wegen der Größe ohne Drohne schwer verifizierbar) und die Aussenmauern sind mehr als 100 Meter lang. Das Schloss ist unglaublich riesig und schon von weitem zu sehen. Übrigens: Passend zu dem riesigen Schloss ist die Stadtmauer Bahlas die längste im Oman.

Hinterlasse einen Kommentar