… oder warum man auf den Landstraßen im Dachauer Hinterland eben doch eine Winde braucht.
Das Wetter ist traumhaft und wir entscheiden spontan, heute Abend zu Grillen und das geplante Hähnchen-Gemüse-Curry zu verschieben. Also ab in den Defender und noch schnell Grillfleisch besorgt. Auf dem Weg zum Metzger geht es durch den Kreisel am Engelbert Strauss.; dort hat ein alter Allrad-Bully entgegen der Fahrtrichtung rückwärts zwischen zwei riesigen Findlingen außen im Kiesbett geparkt. Das sieht irgendwie verkehrt aus.
Irgendetwas scheint auch verkehrt zu sein, denn der Bully-Fahrer läuft unserem Defender gestikulierend hinterher. Es stellt sich heraus, dass er mit voller Absicht im Kiesbett steht, weil er dort unter der Brücke im Schatten parken wollte, um bei Engelbert Strauss Schuhe zu kaufen. Jetzt braucht er Hilfe, weil er sich ohne vernünftige Differentialsperre bis zur Achse im Kies eingegraben hat. Wieso er nicht auf den halb leeren Parkplatz von Engelbert Strauss gefahren ist, erschließt sich uns nicht, ist aber auch egal. Die Hoffnung, dass wir im Defender Bergeequipment an Bord haben, enttäuschen wir nicht und fahren zurück, um ihn mit unserer Winde aus dem Kies zu ziehen.
Bevor wir dem Dussel jedoch helfen können, kommt ein Polizeiwagen mit zwei Herren in Uniform, denen das ganze Set-up im Kreisel vermutlich auch verkehrt vorkommt. Nach einem kurzen Gespräch fahren die Polizisten Gott-sei-Dank kopfschüttelnd weiter mit den Worten „Da fällt mir nix mehr ein. Wenn Hilfe da ist, denke ich mir jetzt meinen Teil und wir fahren wieder.“ Puh, da hat der Kollege gleich dreifach Glück gehabt: wir wollten Grillfleisch, der Defender brauchte Bewegung und die Polizisten waren mehr Freund und Helfer als Ordnungsmacht.
Jetzt aber los: Schüppe raus, Kies vor den Reifen entfernt, einen Findling zur Seite gerollt, Winde angeschlossen, Knöpfchen gedrückt, es macht sssssssss und keine 10 Minuten später steht der Bully wieder auf Asphalt. Noch ein kurzes „high five“ und schon sieht es im Kreisel aus, als wäre nie etwas gewesen.
Und wir? Wir sind zufrieden mit uns, dem Defender und unserer Ausrüstung. Jeden Tag eine gute Tat oder ganz nach Robert Baden-Powell „On my honour I promise that I will do my best to help other people at all times.“