Nachdem unser Defender die Corona-Phase im Carport verbracht hat, nutzen wir die zurückgewonnene Reisefreiheit für ein langes Camping-Wochenende. Als Basis für unsere Ausflüge der nächsten Tage dient ein sonniger und chilliger Platz in der Nähe des Ostufers des Bodensees. Hier genießen wir die Sonnenuntergänge mit Kerzenlicht und gutem Wein aus Slowenien.




Das österreichische Bregenz ist ein nettes kleines Städtchen, dessen Hauptattraktion die Seebühne im Ufergewässer des Bodensees ist. Die Festspielsaison 2020 ist wegen Corona leider abgesagt, aber die eindrucksvolle Bühnenkonstruktion für Verdis Rigoletto, dessen Zentrum ein mehr als 13 Meter hoher beweglicher Kopf mit Augen von 2,7 Metern Durchmesser ist, kann dennoch besichtigt werden. Insgesamt lädt die Seepromenade zum “Seele baumeln lassen” ein, und in der mit Cafés und Restaurants gespickten Innenstadt geht es ruhig und gemächlich zu. Maskenpflicht besteht in Österreich nicht mehr und der Mindestabstand von 1 Meter entspricht der Komfortzone, die eh jeder hat. Ist diese starke Lockerung gut oder schlecht? Das wird man vermutlich erst nach der Feriensaison sagen können.
Die Vorarlberger Alpen, ganz im Westen Osterreichs bieten traumhafte Wandermöglichkeiten. Wir entscheiden uns für einen gemütlichen Rundweg im Naherholungsgebiet Bördele am Losenpass auf fast 1.200 Metern mit schönen Ausblicken. Der Weg startet und endet am Berghof Fetz, wo es eine Nachtparkmöglichkeit mit wunderbarem Bergpanorama für Camper bis 5,5 Tonnen gibt. Unser Wanderweg meandert auf und ab durch Wiesen, geht durch Schatten spendenden Wald und über Forstwege. Es ist eine tolle kleine Wanderung zum Abschalten und Runterkommen. Zum Schluss ersetzen wir die verbrauchten Kalorien im Berghof durch neue in Form einer genial schmeckenden Vorarlberger Käsecreme-Suppe mit Croutons und einem Cappuccino.


In Friedrichshafen lädt das Dornier-Museum zu einer Reise durch die Firmengeschichte vom ersten Flugboot über die Kriegszeit und vom Verbot des Flugzeugbaus in Deutschland bis zum Beitrag Dorniers zur internationalen Raumfahrt. Die Ausstellung ist liebevoll gemacht und mit ihren originalen Flugexponaten nicht nur etwas für Technikbegeisterte. Wir bummeln fast zwei Stunden durch die verschiedenen Räume und schauen uns das ein oder andere Exponat auf Grund persönlicher Interessen etwas intensiver an: der einmotorige Schulterdecker Do 27 war das Flugzeug mit dem Michael Grzimek über die Serengeti flog, eine Zeichnung erklärt die Funktionsweise eines Windkanals und neben dem Nachbau des legendären Lufthansa Silberfuchs steht zumindest ein Auto im Museum – der Oldtimer des Gründers und Namensgebers Claude Dornier. Da Friedrichshafen in Deutschland liegt, herrscht im Museum Maskenpflicht und igendwie ist das zwar ungemütlich, fühlt sich aber richtiger an als in Österreich.



Nach der kleinen Flucht aus dem Alltag sind wir zurück im täglichen Trott und träumen uns beim Anblick der Fotos zurück in unseren Dicken.