Wir suchen Einsamkeit, Ruhe und Entspannung in der Natur – inmitten der Hauptsaison keine leichte Aufgabe.
In Mari Ermi, im Nordwesten der Insel, befinden sich die berühmten Reiskornstrände. Da dieser Teil der Insel etwas weiter weg von den großen Zentren liegt, trifft man hier hauptsächlich Einheimische an. Wegen der wirklich riesige Parkflächen bekommen wir tatsächlich auch noch mitten am Tag einen Standplatz. Dennoch ist der lange, schmale und leider völlig schattenlose Strand recht voll.
Wir nehmen eine Offroad-Piste nach Norden und fahren entlang der Steilküste über einen erdigen und steinigen Feldweg und genießen den traumhaften Ausblick fast unendlicher Weite. Wir begegnen nur wenigen Joggern und ein paar Mountainbikern – ans Wasser und an der Strand kommt man nur vom Meer aus. Nur wenige Boote wiegen sich im Meer, einige Standup-Paddler gleiten lautlos durchs Wasser. Es ist absolut still. Man hört nur das Rauschen der Wellen an den Klippen. Nicht einmal Mücken verirren sich hierher. Wir fahren soweit, bis der Pfad für Mzungu zu eng wird, dann drehen wir um und suchen uns einen Platz für die Nacht. Wir stehen mutterseelenallein an der Steilküste. Als Sundowner gönnen wir uns ein Weinchen, lokalen Käse und von Ina im Auto frisch gebackenes Brot auf dem Dach von Mzungu.


Da die erste vorsichtige Offroad-Erfahrung gut lief, freuen wir uns auf weitere Pisten im Süden. Jetzt geht es aber erstmal weiter nach Oristano. Der Ort wurde aus Steinen von Tharros erbaut (die Ausgrabungssätte wollen wir später besuchen), als man zur Zeit der Römer die ganze Stadt wegen häufiger Überfälle hierher umzog. Eigentlich gibt es nicht viel zu dem Ort zu schreiben, außer der guten Möglichkeit zur Versorgung für Camper: Lebensmittel einkaufen an der Hauptzufahrtsstraße sowie Abwasser ablassen und Frischwasser tanken am städtischen Wohnmobilparkplatz am Friedhof sind für uns nach einer knappen Woche unterwegs das Wichtigste. Der Ort hat eine kleine Fussgängerzone mit einem eindrucksvollen Duormo. Ansonsten ist die süße Innenstadt zwischen 13 und 16 Uhr bei 37 Grad Sommerhitze ausgestorben. Unser Highlight ist das Eis von Barbagelato – ohne Zuckerzusatz, ohne Gluten und ohne Tiermilch schmeckt es (dennoch?) super lecker. Allein dafür lohnt sich der Besuch.
