Ausgrabungsstätten auf Sardinien

Ganz ohne ein wenig Erwachsenenbildung wollen wir Sardinien nicht verlassen, daher besichtigen wir zwei der wichtigsten Ausgrabungsstätten der Insel.

Tharros zeigt die Ausgrabung einer phönizisch-römischen Hafenstadt, die zwischen der Gründung durch die Phönizer im 8. Jahrhundert v. Chr. und Ihrer Aufgabe im 11. Jahrhundert n. Chr. immer wieder erweitert und umgebaut wurde (wegen der ständigen Überfälle verlegte man die Metropole in die neue Siedlung Oristano). Teilweise wurden römische Gebäude auf alten phönizischen Gebäuderesten erbaut. Am bekanntesten ist der dem Land zugewandte punische „Tempel der dorischen Halbsäulen“ und am meisten fotografiert sind die beiden weit sichtbar aufragenden Säulen im „Zwei-Säulengebiet“. Es gibt drei Thermen aus der Römerzeit, von denen zwei direkt am Meer liegen. Entdeckt wurden die Reste des 2,5 km langen Geländes auf der Halbinsel Sinis im Westen Sardiniens erst 1851. Insgesamt finden wir die Dokumentation und Präsentation der Anlage leider etwas lieblos, wenig informativ und nach der ersten Öffnung für die Öffentlichkeit schlecht erhalten. Wir sind enttäuscht und können den Besuch der Ausgrabung leider nicht empfehlen.

Die aus vorchristlicher Zeit stammende Nuraghe Su Nuraxi ist im Gegensatz dazu phantastisch präsentiert. Eine Besichtigung geht nur gemeinsam mit einem Führer, der auf Englisch an einfachen Grafiken die Entstehung und das wahrscheinliche Aussehen der Bauten erläutern kann. Die Anlage war bis 1956 vollständig verschüttet und zeigt heute einen zentralen Wehrturm, mit Wehrmauer und weiteren vier Türmen sowie einfache Rundhütten, die je nach „Ausstattung“ von Nuraghen von unterschiedlichem Stand bewohnt wurden. Der gesamte Komplex ist über viele Jahrhunderte gewachsen.

Im Ort Barumi befindet sich über weiteren Ausgrabungen ein phantastisches, sehr modernes Museum. Wir nehmen an der italienisch-deutschen Führung teil und erfahren viel über die Nuraghen. In der Ausstellung befinden sich das älteste bei Ausgrabungen gefundene Stück Bauholz – viele tausend Jahre alt -, eine aus der Nuraghen-Zeit stammende Nachbildung des Turms der Ausgrabungsstätte, ein Weinkrug, in dem noch Weinreste nachgewiesen werden konnten sowie Brotsiegel für die Herstellung von zeremoniellem Brot. Wir sind total begeistert und können uns kaum losreißen.

Su Nuraxi ist für uns ein Highlight, das man nicht verpassen sollte.

Hinterlasse einen Kommentar