Im Südosten stürzen wir uns an der Costa Rei nochmal in das alltägliche Chaos der Strandurlauber. Nachdem wir ansonsten immer frei gestanden haben, wollen wir uns für zwei Tage etwas Luxus gönnen und fahren zu einem der besten Campingplätze Sardiniens. Mit Mzungu fallen wir hier komplett aus dem Rahmen. Auf einen Standard-Stellplatz passen wir nicht und werden auf einen Comfort-Platz gelotst, der erstens etwas größer und zweitens etwas weg vom Animations-Trubel ist. Wir packen zum ersten Mal unser Tarp aus (wieder ein Test) und setzen uns gemütlich in den Schatten. Auch wenn wir rückblickend mit einem Standard-Stellplatz ausgekommen wären, genießen wir den geräumigen Platz, die relative Ruhe, morgendliches Yoga, Frühstück mit Musik, das Musikhören in der Hängematte, den Schatten unterm Tarp, das Chillen am Mittag, den Strand, ein kühles Bier, ein leckeres Magnum-Eis, das erfrischende Meer und die frische Brise. Abends gehen wir im Restaurant essen statt selbst zu kochen – irgendwie ist es wie ein ganz normaler Camping-Urlaub, nur eben doch ein wenig anders.

Aber ganz ohne Aktivitäten geht es bei uns doch nicht. Wir machen an einem unserer Faulenzertage eine Radltour auf das nördlich vom Campingplatz liegende Capo Ferrato. Zunächst geht es auf einem tollen und nicht zu anspruchsvollen Trail entlang riesiger Kakteen zum Leuchtturm. Dann entscheiden wir uns, parallel zur Küste weiter durch die Macchia der bergigen Landschaft zu fahren. MapsMe zeigt einen … nun ja, nennen wir es Pfad. Es ist mittlerweile Mittagszeit und über 35 Grad. Wir tragen unsere Bikes auf den nächsten zwei bis drei Kilometern mehr als wir fahren und blicken an der Felsenküste immer wieder auf einsame Strandabschnitte. Wir placken uns in 2 Stunden über gerade mal 17 Kilometer und 300 Höhenmeter und sind froh, als Mzungu uns mit kalten Getränken und Klimaanlage zurück empfängt.


Bevor es zurück geht auf‘s Festland, fahren wir noch ein letztes Mal an den Strand; logistisch optimal für die Fährfahrt um 11 Uhr nehmen wir den gleichen Strand wie am Ankunftstag und schlafen dort nach dem obligatorischen Aperol Spritz – die Bedienung hat sich noch an uns erinnert …
Die Fährfahrt ist unspektakulär und wir bleiben vor der Weiterreise noch einen Abend in Livorno, wo wir den Abend in netter Gesellschaft am Hafen verbringen. Ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“, machen wir den ersten Zwischenstop in Bologna. Wir parken außerhalb und nehmen den Bus in die Stadt. Wir bummeln durch die Via dell Indipendenza, vorbei an der Fontana del Nettuno, besichtigen die Basilica di S. Domenico, ruhen uns bei einem Espresso aus und wandern, bevor es wieder zurück geht, vorbei an den Türmen Garisenda und Asinelli zur Kathedrale di S. Pietro. Als letztes Zwischenziel vor München fahren wir über Slowenien zum Weingut Saksida. Corona-bedingt ist unsere Frühjahrstour zu Ingrid und Marco ausgefallen und wir nutzen die Chance auf einen Abend bei phantastischem Essen und gutem Wein.


