Corona-bedingt mussten wir unseren Besuch im Hintertuxer Gletscher in den Zillertaler Alpen mehrfach verschieben. Im Oktober 2021 ist es endlich so weit. Eine Übernachtung ist nicht geplant, die Straßen sind alle asphaltiert (und in gutem Zustand) und das Wetter ist sonnig und trocken. Daher bleiben die Offroader diesmal zu Hause und wir cruisen im Cabrio gemütlich von München nach Hintertux.
Als chilligen Start ins Abenteuer gönnen wir uns einen Kaffee an der Talstation Hintertux auf 1.500 Meter Höhe und nehmen erst dann den Gletscherbus zur Sommerbergalm. Nach ein paar Minuten Fußweg bergan werden wir mit phantastischen Aussichten verwöhnt. Es ist windstill und traumhaft warm für die Jahreszeit, der Himmel strahlt in seinem schönsten blau und die Landschaft ist sommerlich grün. Ein wahres Wanderparadies, aber uns ist viel zu warm in unseren Daunen-Jacken.



Lange bleiben wir also nicht. Gewandert wird beim nächsten Mal. Uns zieht es diesmal weiter den Berg hoch und es geht mit dem Gletscherbus auf 3.250 Meter. Plötzlich stehen wir in einer anderen Welt – Schnee, Eis, unendliches weiß, gleißend hell. An der gefrorenen Wand, direkt neben den Skipisten beginnt der kurze, aber steile und rutschige Weg zum Eispalast, der 2007 von Roman Erler entdeckt wurde, 25 Meter unter den Skipisten liegt und das Ziel unseres Kurztrips ist.
Über die mit Trittblechen und Matten ausgelegten Gänge bewegen wir uns auf einer geführten Tour durch einen Teil des Höhlensystems. Die Wände sind mit Eis überzogen.


Immer wieder leuchten farbige Lichtinstallationen und sogar ein Kunstwerk gibt es im erwigen Eis. Im unterirdischen Gewirr der Gänge ist es Sommer wie Winter Null Grad kalt und neben unseren Daunen-Jacken sind hier auch Mütze und Handschuhe angebracht.



Über Stufen und Leitern kommen wir zu einem im Eis eingeschlossenen unterirdischen See – geologisch eine absolute Seltenheit. Als Highlight gleiten wir mit der Gruppe aus ca. 20 Personen mit einem Boot über den See, der nur eine Hand breiter ist als unser Gefährt.


Die Tour ist ein Geschenk von Christoph an Ina und umfasst als Foto-Tour eine Foto-Genehmigung und die Möglichkeit, mit einem privaten Guide fast eine Stunde lang den Kristallpalast zu erkunden. Währen alle anderen nur einen Blick in diese enge, mit Spikes zu begehende Höhle werfen, dürfen wir hier verweilen und die Eindrücke in aller Ruhe mit einem tollen Guide genießen.



Das funkelnde Eis, die weit verzweigten Gänge auf unterschiedlichen Ebenen, die Hohlräume mit ihren Eisformationen, das alles ist ein unglaubliches Erlebnis, das uns atemlos und wortlos macht. Die gewaltige Schönheit dieser Natursehenswürdigkeit berührt uns tief im Inneren. Auch wer nicht fotografieren möchte, sollte sich den Kristallpalast und die Ruhe und Stille nicht entgehen lassen. Einfach da zu sein ist das wahre Erlebnis – das Fotografieren ist in den Hintergrund getreten.
Obwohl natürlich schon ein paar tolle Fotos dabei rumgekommen sind und ein Video gibt es auch …