Glamping 2022

Die Corona-Maßnahmen in Europa sind weitgehend aufgehoben und das Wetter ist frühlingshaft warm. Uns zieht es raus zum Campen. Dabei muss es nicht immer Offroad, Freistehen, Landvergnügen oder ein Stellplatz sein. Manchmal genießen wir die Annehmlichkeiten und den Luxus eines schönen Campingplatzes – die Abwechslung macht es.

Diesmal sind wir mit dem Defender unterwegs auf drei Plätzen, die Glamour und Camping (= Glamping) versprechen, und möchten Euch diese hier gerne vorstellen. Schreibt uns gerne in die Kommentare, wenn ihr dort gewesen seid und was Euer Eindruck war.

Das Sportcamp Woferlgut liegt in wunderschöner Landschaft in der Nähe von Zell am See im Nationalpark Hohe Tauern (Österreich). Der Platz ist gut gepflegt, die Stellplätze sind großzügig, die Sanitäranlagen sind modern und sauber, und das Personal ist sehr nett. Es gibt ein 2018 errichtetes Schwimm-, Sauna-, Fitness- und Wellness-Center. Baby-Becken, Freizeitbecken, Whirlpool, Aussenbecken, Riesenrutsche und 50 Meter Schwimmbahn beheimatet allein der Schwimmbereich – hier wird vermutlich jeder Kommunalpolitiker vor Neid ganz blass. Wir räkeln uns auf den „Blubberliegen“ im Aussenbecken in der Sonne, schauen in die Berge und lassen es uns gut gehen. Für diejenigen, die es aktiver mögen, wird eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten vom Sportcamp angeboten – vom Wandern über Fitnesskurse und geführte Mountainbike-Touren bis zu Beachvolleyball. Im angeschlossenen Restaurant wird eine leicht gehobene Küche angeboten. Wem das Angebot des Campingplatzes nicht reicht, der findet im näheren Umland unzählbare touristische Angebote. Der Preis für eine Übernachtung ist üppig, aber für die Leistung nicht überzogen. Wir zahlen für einen 100qm großen Komfort-Stellplatz rund 40 EUR für zwei Erwachsene im Camper.

Der Caravanpark Sexten liegt in den wunderschönen Dolomiten unweit des 1.636 Meter hohen Passo Monte Croce (dem Kreuzbergpass) mit einem traumhaften Blick auf die berühmten Drei Zinnen (Italien). Man ahnt es schon, hier ist es abends und nachts kühler als in Zell am See, und wir freuen uns Ende Mai bei nächtlichen Temperaturen von 8 Grad über unsere Standheizung. Auch sind die Berge hier ungleich rauher und schroffer als die Berge des Pinzgau bzw. Salzburger Land rund um Zell am See. Wer nach Sexten fährt, findet ein wahres Wander- und Mountainbike-Paradies. Morgens gibt es erst mal frische Brötchen im Camping-Shop. Es fällt sofort auf, dass der Maßstab hier ein anderer ist. Das Ambiente ist so gar nicht Camping-like und in den ansprechenden Holzregalen findet man hauptsächlich Leckereien und stilvolle Mitbringsel der Region. Der angeschlossene eBike-Verleih bietet gut gewartete Markenräder an und lädt verführerisch dazu ein, die Region etwas leichtfüßiger zu erkunden als mit dem eingebauten Bioantrieb. Abends gönnen wir unseren zugegebener Weise nicht ganz so müden Beinen in dem Schwimm- und Sauna-Center der Luxusklasse ein wenig Erholung. Und danach sorgen noch zwei Restaurants für unser leibliches Wohl, wobei wir uns entscheiden müssen zwischen klassisch regionaler und gehobener internationaler Küche. Wir entscheiden uns für Pizza und italienischen Rotwein. Mit seinen vielen Auszeichnungen ist der Caravanpark Sexten vermutlich das Beste, was der Alpenraum zu bieten hat. Spitzenklasse hat allerdings seinen Preis, zahlt man doch für den einfachsten Platz je nach Saison bis zu 69 EUR für zwei Personen im Camper. Wobei “einfach” eben auch nicht einfach ist, sondern durchaus komfortabel mit bis zu 150qm, Stromanschluss, TV-Anschluss und im Sommer Wasser- und Abwasseranschluss. Neben den Stellplätzen werden übrigens auch Cabins, Zelte, Baumhäuser oder in den schicken Sanitäranlagen Privatbäder zur Miete angeboten. Hier kann man es sich rundum gut gehen lassen.

Das Wein- und Camping-Ressort Vina Saksida in Zalošče (Slowenien) ist ein ganz besonderes Kleinod. Mit nur 50 Stellplätzen und wenigen kleinen Ferienhäusern ist der familiengeführte Betrieb ein ganz anderes Erlebnis als die beiden anderen hier vorgestellten Plätze. Zalošče liegt im Vipava-Tal nahe der italienischen Grenze bei Nova Gorica. Das sonnige Tal mit seinen sanften Hängen liefert das ideale Klima für sehr, sehr leckeren Wein. Auf dem familiären Landgut von Ingrid Saksida steht man ohne viel Schnickschnack zwischen Weinreben. Die Plätze sind ordentlich und wie die Sanitäranlagen einfach, praktisch und sauber. Landleben und Ruhe sind hier die Hauptmerkmale. Es gibt einen kleinen Aussenpool und Aussensportgeräte und man kann eBikes mieten. Wir starten den Tag mit einem gemütlichen Frühstück in der warmen Frühlingssonne und genießen das gute Wetter. Ja, und dann gibt es Ingrids Mann Marko Bolčina und seine Küche. Sind genug interessierte Camper da, dann gibt es abends für 78 EUR je Person ein Sieben-Gänge-Menü mit Weinbegleitung. Das Essen ist phänomenal, jeder Gang ist eine Geschmacksexplosion, jeder Gang hat etwas ganz Besonderes. Die Vina Saksida ist für uns ein kulinarisches Highlight. Und am nächsten Morgen nehmen wir Wein mit nach Hause, um auch nach der Glamping-Tour in Erinnerungen zu schwelgen, damit uns der nächste Blog-Beitrag flüssig von der Hand geht …

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