Neulich hatten wir uns schon mit der Frage befasst, ob sich die Anschaffung eines Fernreisefahrzeugs (oder Expeditionsmobils, je nach Lesart) betriebswirtschaftlich lohnt – und waren klar zu der Einschätzung „nein“ gekommen. Aber wie sieht es emotional aus; „lohnt“ sich das denn, oder anders: warum überhaupt mit dem eigenen Fahrzeug reisen?
Die Antwort ist nicht leicht zu geben, und vermutlich auch nicht leicht nachzuvollziehen. Natürlich ist ein aus unserer Sicht perfekt ausgestattetes Reisefahrzeug am Zielort meist nicht zu mieten, aber das ist es nicht allein. Die beste Erklärung ist vermutlich die, dass das Fahrzeug für uns kein Mittel zum Zweck ist. Es ermöglicht uns überhaupt erst, solche Reisen zu unternehmen – und wird damit ein Teil des Erlebnisses. So wie ein Geiger vermutlich nur über sein eigenes Instrument die Perfektion erreicht, wie ein Sportler sein Sportgerät pflegt und optimiert, um Höchstleistung zu erreichen, so ist für uns das Fahrzeug unser Hilfsmittel, Ziele zu erreichen und Erfahrungen zu machen, die uns sonst verwehrt bleiben würden. Damit verschmelzen die Reise, das Fahrzeug und wir zu einem Erlebnis.
Das Erlebnis beginnt schon beim Planen der Ausrüstung, Schrauben, Packen und Tanken; es geht weiter beim Reisen, wo alles am gewohnten Platz ist, sich alles hoffentlich bewährt, man auf schwierigen Pisten die abgelegensten Orte erreicht (und sich und das Fahrzeug auch mal „einsaut“); und endet, wenn alle Wartungen und Reparaturen erledigt sind und das Fahrzeug wieder glänzend daheim steht – und man ein neues, gemeinsames Erlebnis teilt.





Vor dem Hintergrund „lohnt“ sich auch unser geplanter LKW – die Frage haben wir uns auf der fast 4-wöchigen Reise durch den Oman 2018/19 nochmal gestellt. Fast alle Routen und Pisten wären auch im LKW machbar gewesen, wir hätten den Komfort geschätzt und die Größe wäre kein Hindernis gewesen. Insofern freuen wir uns seitdem noch ein bisschen mehr auf die gemeinsamen Erlebnisse, die mit unserem Steyr noch kommen werden…