Nord-Holland

Das Wetter ist tatsächlich traumhaft in den nächsten Tagen.

Zunächst besichtigen wir Alkmaar. Wir bummeln durch die gemütliche Fußgängerzone, entlang unzähliger Cafés und süßer kleiner Läden. Montagmorgens ist nicht viel los in der Stadt und so können wir die Seele ein wenig baumeln lassen beim Spaziergang von der Grote Kerk, entlang den Grachten und über den Kaasmarkt bis zum Victoriepark, wo wir in der Sonne einen Cappuccino trinken. Bei einer Grachtenrundfahrt sehen wir die Stadt aus einer anderen Perspektive. Es geht vorbei an einer Vielzahl alter Häuser mit Stufengiebeln, die teilweise bis ans Wasser gebaut sind – Lager, Brauerei, Hafenmeisterei. Eines der ältesten Häuser der Stadt ist das „Huis Met de Kogel“. An die hölzerne Hauswand ist eine Kanonenkugel geklebt. Angeblich war es genau diese Kugel, die im Jahr 1573 im Krieg gegen Spanien genau dort in das Haus einschlug. Es ist egal, ob es stimmt oder nicht, die Geschichte ist einfach nett. Uns gefallen die modernen Apartements mit Balkon und Bootsanlegeplatz direkt an der Gracht mindestens genau so gut wie die vielen geschichtsträchtigen Bauten. Wir stellen uns vor, morgens dort den ersten Milchkaffee des Tages in der Sonne zu trinken oder abends einen Weißwein im Sonnenuntergang zu genießen – selbstverständlich morgens wie abends auf demselben Balkon. Und jetzt komme mir bitte niemand damit, dass das geografisch unmöglich ist… Wir schließen die Augen und träumen einfach ein wenig, während das Ausflugsboot weiterfährt. Ups, schnell wieder die Augen auf, denn es geht wieder unter einer der 22 niedrigen Brücken durch, für die man den Kopf fast zwischen die Knie nehmen muss.

Mit dem Radl cruisen wir vom Stellplatz in nicht mal 30 Minuten nach Bergen aan Zee. Bei moderatem Gegenwind und angenehmen Temperaturen geht es leicht den Berg hoch. Ina beschwert sich, dass Holland doch flach sein soll, aber wir strampeln tapfer weiter. Bereits bei der Anfahrt durch das kleine Wäldchen kommen bei Christoph Kindheits- und Jugenderinnerungen auf. Auch wenn sich viel verändert hat in den letzten drei Jahrzehnten, ist einiges doch noch „wie früher“: die Pension Stormvogel sucht noch immer den 3. Mann zum Skat und die Snackbar zwischen Zentrum und Strand verkauft noch immer Matjesbrötchen. Für Christoph gibt es erstmal ein Matjesbrötchen zur Stärkung, bevor wir am wundervollen, breiten und ewig langen Sandstrand spazierengehen. Für uns ist hier der schönste und sauberste Sandstrand der Reise. Wir genießen das gute Wetter, liegen in der Sonne und nippen an der Strandbar an unserem Aperol Spritz. Urlaubsfeeling pur. Tiefenentspant und glücklich geht es zurück zu Mzungu, wo wir kochen und uns stärken.

In Zaandam am Bahnhof gibt es K&R Parkplätze. Kiss & Ride – Kurzzeitparken für Abholer und Wegbringer. Neben dieser netten Besonderheit ist die Hauptattraktion des Ortes Zaanse Schans, eine Art Freilichtmuseum mit „De Zaansche Molen“. In der Region entlang dem Fluss Zaan wurden ab dem 16. Jahrhundert über 1.000 Windmühlen gebaut. Hier wurden Getreide, Farben, Öl und Gewürze gemahlen sowie Bretter gesägt. Die Erfindung der Dampfmaschine und der Elektrizität bedeuteten jedoch das Aus der Werkmühlen und des Industriegebietes. In Zaanse Schans gibt es heute zehn Mühlen, die hierhergebracht und restauriert oder nach Originalvorlagen neu gebaut wurden. Wir besichtigen die Sägemühle „Het Jonge Schaap“ und die Farbstoffmühle „De Kat“. Wir bestaunen die eindrucksvolle Technik der Kappenwindmühlen und die Informationen über das Leben und Arbeiten in der damaligen Zeit. In einem netten, kleinen Innenhof-Café direkt an der Zaans lassen wir die Besichtigungstour mit einer Stärkung in der Sonne ausklingen bevor wir uns einen Stellplatz suchen.

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