Abenteuer & Allrad 2021

Mensch, ist das schon lange her. Vom 21. bis 24. Oktober fand nach zweieinhalb Jahren Corona-Zwangspause endlich wieder die Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen statt und wir waren mit Mzungu mittendrin. 

Nach gut fünf Stunden Anfahrt am Mittwochnachmittag biegen wir in Bad Kissingen in die Wendelinusstraße ein. Es geht den Berg hoch durch den Wald und das Naturschutzgebiet Reiterswiesener Höhe. Wir reihen wir uns in die Schlange der Aussteller und Aufbauer ein, um auf‘s Messegelände zu kommen. Als Dakar 730 ist Mzungu eins von drei Ausstellungsfahrzeugen auf dem Stand von Bocklet und wir freuen uns, ihn die vier Messetage begleiten zu dürfen. Mzungu bekommt in der Warteschlange seinen Aufkleber als Ausstellerfahrzeug und wir bekommen bei der Ankunft neben dem Ausstellerbändchen auch ein Corona-Unbedenklichkeits-Bändchen. Als wir endlich als letztes Fahrzeug am Bocklet-Stand eintreffen, ist schon alles fertig und wir werden von der Stand-Crew erwartet. Wir parken nur noch ein und sofort beginnen vier phantastische Tage.

Die Abenteuer Allrad findet dieses Mal nicht im Frühsommer an Fronleichnam statt, sondern im Herbst. Es ist zapfig kalt – Mütze, Schal, Daunenjacke und Windbreaker leisten uns gute Dienste. Abends gibt es Glühwein, heiße Suppe oder Chili. Wir reden während der Messe den ganzen Tag über Reisemobile, und, na klar, über’s Reisen. Und abends, nachdem die letzten Besucher gegangen sind und es dunkel wird, sitzen wir mit Lichterkette unter’m Tarp, das wir zwischen den Autos aufspannen. Oder wir quetschen uns in das größte Fahrzeug. Und dann, ja dann reden wir über Reisemobile, und, na klar, über’s Reisen. Klingt anstrengend oder langweilig? Ganz im Gegenteil – wir genießen jeden einzelnen Tag.

Der erste Morgen bricht an und wir verteilen uns wegen der Kälte zu siebt auf zwei Autos zum Frühstücken. Der Kaffee ist noch nicht ganz leer, da kommt die ernüchternde Nachricht, dass der erste Messetag wegen Sturm ausfällt. Starke Böen rütteln an den Fahrzeugen und Ausstellerzelten. Jeder räumt weg oder bindet fest, was wegfliegen, umfallen oder vom Wind kaputt gehen könnte. Wir stehen am Bocklet-Stand mit den drei Fahrzeugen relativ gut geschützt – andere haben weniger Glück und werden teilweise heftig durchgerüttelt. Äste fliegen durch die Gegend, ein großes Zelt wird zerstört und ein Baum fällt um. Insgesamt gibt es wegen der Vorsicht des Veranstalters pro-log jedoch kaum Schäden. Als der Sturm langsam nachlässt, nutzen wir die Zeit, um eine Runde über das fast menschenleere Gelände zu gehen. Die meisten Ausstellerfahrzeuge und der ein oder andere Aussteller sind da, und so kann man sich schon mal entspannt umschauen oder ein wenig plaudern. Am Nachmittag fahren wir mit dem Ausstellershuttle zur Camparea. Wir treffen ein paar Freunde und lernen neue Menschen kennen. Jedes Fahrzeug ist ganz individuell und jeder Reisende hat eine andere persönliche Geschichte. Nur eins haben alle gemeinsame – Fernweh und den Wunsch, (nach Corona) endlich wieder unterwegs zu sein.

Am Freitagmorgen geht es endlich los. Die ersten Interessenten kommen und es wird richtig voll, weil die coronabedingt datierten Tickets von Donnerstag an einem der anderen Tage genutzt werden können. Immer wieder interessiert sich jemand für Mzungu oder eines der anderen Autos. Es ist so toll, den ganzen Tag über das liebste Hobby zu plaudern – über die Fahrzeuge, die Reisepläne und über das, was man alles erlebt hat. Wir freuen uns, so vielen Menschen Mzungu zeigen zu dürfen, und es macht riesigen Spaß, mit Gleichgesinnten zu quatschen. Wir bekommen viel positives Feedback zu Mzungu, seiner Ausstattung und unserer „Einrichtung“. Unser Highlight: Wir werden auf unseren Blog zum Bau von Mzungu und auf Christophs Sardinien-Video angesprochen. Whow – damit haben wir nicht gerechnet. Immer wieder kommen auch Freunde und Bekannte vorbei. Das Wetter wird von Tag zu Tag sonniger. Am letzten Morgen können wir dick eingepackt sogar draußen Frühstücken. Auch wenn es kalt bleibt, haben wir traumhaft sonnige Herbsttage. Es macht uns so viel Spaß, auf dem Messestand mitzu…, ja, was eigentlich? Arbeit ist es für uns nicht, sondern die wahre Freude. Also … mitzufreuden … gut, dass es keine Sprach- und Duden-Polizei gibt. Wir schaffen es erst am Sonntag, uns vom Stand loszureißen und selbst über die Messe zu schlendern. Aber schon bald zieht es uns zurück. Daher gibt es anders als in 2019 keinen Bericht von unseren technischen Highlights, sondern nur diesen Bericht vom Messestand, ein paar wenige Bilder und ein YouTube Video.

Die Stunden auf der Messe fliegen nur so dahin. Nach einem wundervollen Sonnenaufgang am Sonntagmorgen ist der letzte gemeinsame Abend das Highlight. Marion und Ina besorgen Feuerholz und sägen heldenhaft von Hand kleine Scheite. Nach Grillfleisch und Würsten von Gabriel und leckeren Salaten von Henny sitzen wir noch ewig um unsere Feuerschale. Wir schauen Urlaubs-Bilder auf Marions Tablet, starren ins Lagerfeuer, trinken Glühwein, Wein oder Bier und gehen nur ins Bett, weil uns die Augen zufallen.

Es war ein unvergessliches Erlebnis und wir sind glücklich, dass wir dabei sind durften. Die Zeit am Stand hat uns irre viel Spaß gemacht. Danke an das Team von Bocklet für das tolle Auto und die schöne Zeit, die wir mit Euch erleben durften. Vielen Dank auch an pro-log für die tolle flexible und kurzfristige Organisation und die Verpflegung am Sturm-Donnerstag und die tolle Hilfe bei W-Lan und Feuerholz.

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