Wenige Kilometer im Norden von Olbia finden wir am Golf von Aranci den ersten Sandstrand unseres Urlaubs. Wir nutzen die Chance nach der Fährüberfahrt am späten Abend am Rand des Parkplatzes zu stehen und uns einzustimmen auf die vor uns liegenden Tage. Nach einer ruhigen Nacht kommt morgens ein lokaler Händler und verkauft Käse und Salami. Das ist doch ein guter Start…
Mit Sardinien verbinden viele die Costa Smeralda, jenen Küstenstreifen im Nord-Osten der Insel, den Aga Khan gemeinsam mit einigen Geschäftsfreunden billig von den Hirten des Landes erwarb und mit Yachthäfen und Luxusvillen „bereicherte“. Es ist auch heute, nach der Boomzeit, noch die teuerste Gegend Sardiniens. Wir wollen uns das ansehen und fahren mit Mzungu von Olbia aus die Küste nach Norden bis Porto Cervo. Parken ist hier für größere Fahrzeuge Fehlanzeige – es bleibt nur eine Haltebucht auf der anderen Seite der Bucht (auf dem ersten Foto unten kann man Mzungu etwas oberhalb der MItte ganz klein am Hang versteckt sehen). Wir laufen durch den Ort und bewundern die Jachten der Reichen und Schönen. Zu jedem Highlight gibt es einen Superlativ. Hier wird das Instsgram-Leben zelebriert. Was für ein Trubel … Die kalkweiße Kirche Santa Maria di Stella Maris fügt sich optisch in das Stadt- und Küstenbild und thront imposant über dem Hafen und dem Ort. Auch von innen verströmt sie eine schlichte Eleganz.
Da es ab Santa Teresa di Gallura, ganz im Norden der Insel, in der Hauptsaison für Wohnmobile nicht weiter geht zum Capo Testa, packen wir unsere Mountainbikes aus, um uns die wunderschönen Steinformationen sowie den malerischen Leuchtturm auf dem Kap dennoch anschauen zu können. Von Einsamkeit und idyllischer Natur ist hier leider nichts zu spüren. In der Nähe befindet sich ein Strand, also ist hier „high life“ – Menschen über Menschen, Parkchaos, Souvenirstände und Buden für Erfrischungen. Wir bleiben nur kurz und strampeln bald zurück zum Ort.
Ebenso berühmt wie die Costa Smeralda und das Capo Testa ist die Costa Paradiso im Norden der Insel. Zwischen Felsklippen geht es immer wieder auf Stichstrassen zu traumhaften Sandstränden am Meer. Nur der Himmel weiß, wie wir am frühen Nachmittag auf die Idee kommen konnten, ausgerechnet am berühmtesten Strand mit Mzungu zu parken, um uns im Meer zu erfrischen, ein wenig zu chillen und dort auch gleich die Nacht zu verbringen. Zur Hauptsaison ist das selbst mit einem PKW ein hoffnungsloses Unterfangen. Und so müssen wir zweimal mehrere hundert Meter rückwärts aus Stichstrassen zurücksetzen und unter beengtesten Bedingungen drehen. WhatsApp-Konversation mit einer Freundin dazu. K: „Das wäre nichts für mich.“ Christoph: „Und plötzlich stehste da und es geht nicht anders.“ K: „Zack … Salzsäule.“ Das wird für uns DER Ausspruch des Urlaubs.
Weiter nach Süden finden wir dann über Umwege am Abend noch ein Plätzchen am Strand. Ina springt zur Abkühlung ins Meer, wir trinken eine Cola an der Strandbar und zum Sonnenuntergang wird es tatsächlich ruhig und wir können den Abend halbwegs entspannt ausklingen lassen und den Sonnenuntergang genießen.









