Soll ich da mal so ein ganz frisches Steingrau empfehlen?

Ganz so trist wie in Loriots „Ödipussi“ ging es nicht zu, als wir uns im Herbst 2018 eine Außenfarbe für unseren LKW ausgesucht haben. Eine „bunte“ Farbe kam nicht in Frage; und von einem ins grüne oder beige gehenden Farbton haben wir abgesehen, um keine Verwechslung mit einem Militärfahrzeug zu riskieren. Zu dunkel sollte es auch nicht sein, um ein Aufheizen in praller Sonne zu verhindern – damit sind wir schlussendlich bei einem hellen Grau mit leichtem Einschlag Richtung beige gelandet. Genau genommen ist es der RAL-Farbton 7030 „Steingrau“ geworden – Herr Winkelmanns Ratschlag war also nicht der schlechteste …

Nun steht die Auswahl der Beläge von Tisch und Arbeitsplatte an. Natürlich ist die Auswahl wieder unendlich, und nach erster Sichtung bleiben mehr als zehn Muster übrig, die uns gefallen. Einen Boden hatten wir beim letzten Besuch in Koblenz schon ausgesucht und uns für eine robuste Holzoptik entschieden, die dem Steingrau der Außenlackierung sehr nahe kommt. Arbeitsfläche und Tisch bekommen nun die gleiche Tonalität, aber dunkler und in einem Stein-Look, damit das Innere nachher nicht zu eintönig und trist wirkt. Außerdem ist der Plan, alles mit einem weinroten Polster und Vorhang zum Bett aufzulockern. Damit hoffen wir auf einen eleganten, modernen und trotzdem nicht zu sterilen Look.

Der Ausbau schreitet voran

Wir haben neue Fotos aus Koblenz bekommen! Der Innenausbau schreitet unaufhörlich voran – auch wenn es uns sehr langsam vorkommt, was aber vermutlich mehr an unserer Ungeduld als an der tatsächlichen Geschwindigkeit liegt …

Aussen_neuAußen am Fahrzeug ist nun der Ersatzradträger montiert, der sich perfekt an die Außenwand anschmiegt. Die sieben Stufen, die man emporsteigen muss, um das Fahrzeug zu betreten, haben uns wieder die Größe des Fahrzeugs vor Augen geführt … es beschleicht uns immer wieder eine gewisse Ehrfurcht, wenn uns bewusst wird, worauf wir uns da eingelassen haben.

Innen_neuInnen ist zu erkennen, dass unser späteres Bett einen kojenartigen Durchstieg bekommt. Wir werden einen Vorhang anfertigen, um auch optisch eine Trennung zum Wohnraum möglich zu machen. Zudem ist die Truma 4e jetzt verbaut, unsere gas- und strombetriebene Luftheizung, die auch warmes Wasser für die Dusche erzeugt. Nicht zu verwechseln mit der zusätzlichen Wasserheizung von Eberspächer (siehe unseren Blog zur Heizung). Von dieser sind rechts und links schon die späteren Heizkörper, die sogenannten Konvektoren, zu sehen. Diese sorgen für gleichmäßige mollige Wärme im Innenraum. Erzeugt wird die Wärme mit Diesel – oder mittels Wärmetauscher mit der Abwärme des Motors.

Wasser unterwegs – Teil 3

Nachdem alle Teile beschafft waren und funktionierten, war noch eine Frage offen – wie alles unterbringen im Steyr? Zumal ein Regalsystem für die Heckgarage, in das eine „Wasserkiste“ passen würde, noch nicht mal im Ansatz geplant ist. Ein Henne-Ei Problem.

Wir haben die Entscheidung getroffen, das Regal später nach den Kisten zu bauen und nicht umgekehrt; wir werden auf die bekannten „Rako“-Boxen von Utz zurückgreifen, die uns schon im Defender über viele Jahre gute Dienste leisten und deren Formate immer ein Vielfaches des nächstkleineren Formats sind; das erleichtert den Regalbau ungemein.

Zudem haben wir das Wassersystem nochmal „upgegraded“. Um die Befüllpumpe sicher schalten zu können, wurden ein beleuchteter Schalter und ein Relais eingebaut. Beides verschwindet demnächst noch in einem passenden Gehäuse. Und beim letzten Test war der Durchfluss ja zu hoch gewesen, um eine ausreichende Verweilzeit des Wassers im Aktivkohlefilter zu gewährleisten. Eine Möglichkeit: mit einem Absperrhahn die Durchflussgeschwindigkeit reduzieren. Viel eleganter: den Volumenstrom auf zwei Filter aufteilen. Damit wird die Befüllgeschwindigkeit nicht reduziert und zudem die Standzeit der Kartuschen verlängert. Zudem ergibt sich eine weitere Nutzungsmöglichkeit. Ist das zur Verfügung stehende Wasser stark verschmutzt, kann eine billige Kartusche aus Zellulose oder Vlies im einen Filtergehäuse vorgeschaltet werden, um das Sediment aus dem Wasser zu filtern. Die empfindliche und teure Keramik-Kartusche im zweiten Filtergehäuse wird dann in Reihe dahinter geschaltet und verschmutzt viel weniger schnell.

Alle wesentlichen Bestandteile – die Befüllpumpe, die Vorförderpumpe und beide Filtergehäuse – passen nun genau in eine Rako-Box mit 400 x 600mm Seitenlänge. Eine Siebdruckplatte wurde angefertigt, die im Betrieb genau als Filterhalter in die Kiste eingesetzt werden kann. So steht alles stabil und verdreckt nicht. Kleinteile wie Y-Verbinder, Ersatzkartuschen, Schlauchverbinder usw. werden in eine Zubehörkiste kommen; die Wasserschläuche werden an der Wand der Heckgarage befestigt.

Alles in allem für uns eine sehr gute Lösung; wir können ohne Pause unseren 300l großen Frischwassertank rechnerisch in 18min füllen und reduzieren dabei 99,9999% aller Bakterien. Mit einer Rückhaltekonstante von 0,3µ filtern wir auch Viren, Sporen usw. aus dem Wasser, und durch den Aktivkohlefilter verbessern wir Geruch sowie Geschmack des Wassers und reduzieren Schwermetalle, Herbizide, Pestizide und Chlor. Lediglich Salzwasser können wir nicht zu Trinkwasser machen – das würde eine Osmoseanlage erfordern.

Das Ganze hat allerdings auch seinen Preis – rund 1.000 EUR wurden in den Befüllfilter in Summe investiert, wobei die Lilie 3-in-1 Kartuschen mit rund 90 EUR je Stück und die Marco UP10 Pumpe mit rund 290 EUR die teuren Einzelpositionen sind. Der Rest entfällt ausnahmslos auf Kleinteile unter 50 EUR, selbst die Einhell Vorförderpumpe schlägt nur mit 45 EUR zu Buche.