Als wir den Auftrag für unsere Kabine unterschrieben haben, waren wir sicher, eine Lösung gefunden zu haben, die funktioniert und alle Basis-Anforderungen erfüllt (siehe hier). Wie immer im Leben ist das Bessere der Feind des Guten, und wir hatten uns die Option vorbehalten, die Ausstattung zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu ändern, und das haben wir zwischenzeitlich auch getan.
Das erste Upgrade betrifft die Fenster. In Fernreise-Fahrzeugen sind aus Isolationsgründen in aller Regel doppelt verglaste Fenster aus gehärtetem Echtglas verbaut; das ist im Detail durchaus kompliziert, weil bspw. ein Druckausgleich zwischen den Scheiben vorgesehen werden muss. Wir hatten solche Fenster bereits vorgesehen, haben aber vom Anbieter Outbound zum Marktführer KCT gewechselt, die bzgl. Dichtigkeit und Isolation sowie Ersatzteilservice den besseren Ruf haben.
Als nächstes haben wir ein weiteres Solarpaneel hinzu gefügt. Insgesamt drei Paneele mit je 320W peak werden jetzt verbaut, so dass wir fast 1kW Solarleistung auf dem Dach installiert haben und damit noch seltener auf Landstrom angewiesen sind.
Zudem haben wir die Batterien geändert. Ursprünglich war der Plan, AGM-Batterien mit 440Ah bei 24V zu verbauen. Bei diesem Batterietyp sind ca. 50% der Kapazität entnehmbar, also rund 5,3kWh. Bei weiterer Entladung nehmen die Batterien Schaden, bei teilentladener Batterie bricht die zur Verfügung stehende Spannung stark ein, und ggf. schalten Verbraucher ab. Zudem dauert die Ladung sehr lange und der Ladestrom ist begrenzt. Daher haben wir auf Lithium-Batterien mit 320Ah und 24V gewechselt. Bei diesen Batterien kann die Nennkapazität entnommen werden, was somit 7,7kWh Kapazität entspricht. Es kann mit viel höheren Strömen entladen und geladen werden, und die Batterien überstehen mehr Ladezyklen, so dass sich der Kostennachteil über die Zeit wohl relativiert. Die meisten Komponenten der Energieversorgung kommen von Victron.
Und ein besonderes Gadget haben wir uns noch gegönnt – eine halbautomatische Reifendruck-Regelanlage von TI Systems. Bei dieser Anlage befindet sich an jedem Rad ein Spiralschlauch, der mit dem Rad verbunden wird. Der gewünschte Reifendruck wird zentral vorgewählt und über den Kompressor (den jeder LKW aufgrund der Druckluftbremse ohnehin an Bord hat) hergestellt. Das Ganze funktioniert sowohl zum Auffüllen der Reifen wie zum Ablassen von Druck. Das erspart einem, mit dem Spiralschlauch rund um’s Fahrzeug zu laufen und jeden Reifen einzeln und nacheinander zu füllen – und vor allem tut man sich leichter, schnell mal den Luftdruck im Sand anzupassen, statt sich festzufahren.
Ach ja, und dann war da noch die Heizung … aber das ist eine andere Geschichte.



