Bevor es an an den Bau der Kabine selbst geht, sind einige Metall-Arbeiten zu erledigen.
Zum einen sind viele Überlegungen in die Ersatzradhalterung eingegangen. Geplant war, das Ersatzrad in die Rückwand einzulassen und herunter zu klappen, ähnlich wie im Dakar 815. Das Rad wäre elegant und schwerpunktgünstig verstaut gewesen. Nachteil allerdings – zusammen mit dem hinteren Unterfahrschutz wäre eine recht massive Konstruktion entstanden. Dieser ist notwendig, damit bei einem Auffahrunfall das Auto hinter uns einigermaßen geschützt ist, und ohne Unterfahrschutz verweigert der TÜV mittlerweile in aller Regel die Abnahme. Gleichzeitig ragt der Unterfahrschutz aber in den freien Raum hinter der Hinterachse, der im Gelände auch frei bleiben sollte, um den hinteren Böschungswinkel nicht zu beschränken. Ansonsten bleibt man bei einer steilen Rampe oder Flussdurchfahrt gerne auch mal hängen.
Die gefundene Lösung; das Rad wandert an die Rückwand der Kabine und wird mit einem Kran herab gelassen. Zudem bekommen wir einen Unterfahrschutz, der im Gelände nach oben aus dem Weg geklappt werden kann. An Details wird noch getüftelt, der Unterfahrschutz sollte z. B. auch geklappt nicht die Rückleuchten verdecken, aber die Lösung ist viel versprechend.
Zweite große Baustelle vor Beginn des Kabinenbaus ist der Zwischenrahmen. Der – was?! Die allermeisten LKW besitzen einen Rahmen, der sich (gerade im Gelände) verwinden kann. Will man auf diesem Rahmen etwas Starres, wie z. B. eine Wohnkabine, befestigen, dann benötigt man einen steifen Zwischenrahmen als Verbindung. Dieser wiederum benötigt eine eigene Lagerung, die nach Vorgabe des LKW-Herstellers, der sogenannten Aufbaurichtlinie, zu fertigen ist. Im Prinzip sind dafür zwei Lösungen möglich; bei der Rautenlagerung „schwebt“ der Zwischenrahmen auf drei oder vier Lagern über dem Fahrzeugrahmen. Der Fahrzeugrahmen kann sich frei bewegen, und die Rautenlagerung gleicht die Bewegungen aus. Vorteil; der Zwischenrahmen behindert die Verwindung des Fahrzeugrahmens nicht, und die volle Verschränkung und Geländegängigkeit bleibt erhalten. Zweite Lösung ist die Federlagerung. Bei dieser liegt der Zwischenrahmen auf dem Fahrzeugrahmen auf, kann sich aber teilweise abheben, wenn der Fahrzeugrahmen sich verwindet. Federn ziehen den Zwischenrahmen wieder zurück, wenn die Verwindung endet.
Wir haben uns für die Federlagerung entschieden, die auch in der Aufbaurichtlinie für den Steyr beschrieben ist. Diese baut nicht nur niedriger als eine Rautenlagerung; insbesondere stabilisiert und beruhigt der aufliegende Zwischenrahmen den LKW in der Fahrt, während bei einer Rautenlagerung aufgrund der freien Beweglichkeit viel Unruhe im Fahrzeug entsteht. Und die Grenzen der Geländegängigkeit unseres LKW setzen die nächsten Jahre vermutlich eher die Fähigkeiten der Fahrer, nicht die Technik.