Dubai: Souqs, Creek und Museum

Wie jeder, der nach Dubai fährt, besuchen auch wir die Souqs, jene verwinkelten Gassen, in denen sich kleine Geschäfte ähnlicher Waren, kaum breiter als 3 Meter eng an eng aneinanderreihen. Wir starten mit dem Souq von Deira, der sich nordöstlich vom Dubai Creek befindet (dazu gleich mehr).

Der Deira Souq ist von der Stadtverwaltung restauriert worden und hat aus unserer Sicht nicht den Charme der Souqs, die wir zum Beispiel aus Marrakesh kennen. Die Händler versuchen die durch den Souq bummelnden Touristen gestenreich und multilingual für Ihre Waren zu begeistern und in die Läden zu locken. Die schönste Ansprache des Tages lautete „Schau ‘ma hier, Aldi billig.“ Uns faszinieren insbesondere der Gewürzsouq und der Textilsouq mit ihrer Farbenpracht. Der Goldsouq ist nicht ganz nach unserem Geschmack, aber die mit Gold überladenen Auslagen sind auf jeden Fall eindrucksvoll anzusehen. Bei vielen, wenig traditionellen Dubai-Souvenirs, die man erstehen kann, haben wir den Verdacht, es ist China-Ware.

Der Dubai Creek ist ein 12 Kilometer langer natürlicher Kanal vom Meer hinein in die Stadt. Am Ufer liegen zahlreiche Dhaus (traditionelle hölzerne Boote) für Rundfahrten, als schwimmende Restaurants oder auch für den Fischfang. Zu einem Bummel entlang dem Wasser laden weder die Temperaturen ein noch das Ambiente.

Statt einer Dhau-Fahrt auf dem Creek, nehmen wir zwischen den beiden Souks, die wir besuchen, ein Wassertaxi und bekommen auch so einen tollen Anblick der Dhaus und Gebäude entlang dem Creek.

Auf der süd-westlichen Seite des Creek laufen wir im Stadtteil Bur durch den Old Souq. Dieser gefällt uns um Längen besser. Hier finden wir direkt am Creek ein kleines Restaurant. Die Preise sind zwar wie überall in Dubai ziemlich hoch, aber das Essen ist frisch, von guter Qualität und man sitzt wunderschön vor der Sonne geschützt unter aufgespannten Stoffbahnen.

Interessant im Stadtteil Bur ist auch das Dubai Museum im Al Fahidi Fort. Im Erdgeschoss gibt es traditionelle Boote und ein mobiles Sommerhaus zu besichtigen, in den Gebäuden kann man Waffen, Musikinstrumente und Informationen zum Fort anschauen. Es sind außerdem die Entwicklung und die Geschichte von Dubai im Untergeschoss sehr anschaulich und szenenreich dargestellt. Am Ausgang darf der obligatorische Souvenirshop mit viel Plastik Gold nicht fehlen.

Wir genießen die Tage und lassen zwischen den ganzen Besichtigungen immer mal wieder die Seele baumeln am Strand oder bei einem Kaffee.

Dubai: Jumeirah Moschee

Die Philosophie des Zentrums für kulturelles Verständnis lautet “Offene Türen, offener Geist”. Das Zentrum organisiert Führungen in der Jumeirah Moschee (außer Freitags), für die man sich morgens ab 9:15 Uhr registrieren kann. Wir sind früh da und können uns in einem wunderschönen Wartebereich mit traditionellen Häppchen stärken, während sich der Raum füllt. Die Betreiber bemühen sich, einen offenen und toleranten Islam zu zeigen.

Die Moschee ist die schönste der Stadt. Sie hat 5 Kuppeln, 2 Minarette und strahlt in der Sonne in weiß-beige. Sie wurde erst 1975 erbaut und ist sehr schlicht.

Um 10 Uhr geht es los mit der Führung. Eine Stunde lang werden die traditionelle Waschung und das Gebetsritual gezeigt und die fünf Säulen des Islam erläutert. Dabei tragen wir selbstverständlich angemessene Kleidung. Wir dürfen außerdem alles fotografieren und Fragen stellen. Tracy (oder auch Latifah) kommt aus England und bemüht sich in sehr gut verständlichem Englisch, den Islam als weltoffenen und liberalen Glauben zu beschreiben. Viele Elemente sind uns neu. So glaubt der Islam auch an die Propheten Abraham und Jesus. Die Kaaba in Mekka ist leer und beinhaltet nicht die Überreste Mohammeds. Ausserdem steht sie dort, wo Abraham im Auftrag Gottes eine Gedenkstätte errichten lies, nachdem er seinen Sohn nicht geopfert hat. Mit dem radikalen Islam aus den Medien, dem Krieg gegen andere Religionen und der Unterdrückung von Frauen hat das, was Tracy erzählt, nichts zu tun.

Es war ein sehr interessanter und lehrreicher Morgen: Reisen bildet halt doch und erweitert den Horizont.

Dubai: Marina, Mall und Burj Khalifa

Unser Hotel für die ersten Tage befindet sich im Süd-Westen der Stadt, zwischen dem Meer und dem künstlichen Meereskanal der Dubai Marina und damit in der Nähe des “Stamms” der Palm Jumeirah. Wir lassen es uns gut gehen mit einem luxuriösen Zimmer, Pool und Privatstrand.

Vom Hotel aus sind es nur ein paar Meter zum Jachthafen Dubai Marina. Hier kann man gemütlich entlang dem 7 Kilometer langen Marina Walk flanieren und den Tag ganz entspannt genießen.

Abends ist in den Hotels und den Clubs entlang dem Strand Party angesagt. Die Ausprägungen sind je nach Hotel unterschiedlich: mal mit Live Jazz (wie bei uns), mal mit Flammeneffekten und Diskomusik. Letztendlich sind es aber überall westliche Touristen, die ausgelassen tanzen und zu viel Alkohol trinken. Wir fühlen uns wie in einer Kombination aus New York und Miami. Irgendwie hatten wir es uns nicht so westlich vorgestellt. Das passt so gar nicht zu einem islamischen Land.

Eines der Highlights von Dubai ist das Burj Khalifa. In nur 5 Jahren wurde das 828 Meter hohe Gebäude fertiggestellt und am 4. Januar 2010 eingeweiht. Es ist derzeit das höchste Gebäude der Welt und bietet einen phantastischen Anblick. Von sich selbst sagt das Burj Khalifa ganz unbescheiden, “ich bin das Herz der Stadt und seiner Menschen”.

Per Aufzug kann man auf die 452 Meter hohe Aussichtsplattform „At the Top“ auf die Etage 124 bzw. 125 fahren und ist damit keinesfalls „at the top”. Der Ausblick ist allerdings top.

Am Burj Khalifa gibt es einen künstlichen See und die Dubai Mall, die natürlich auch die größte der Welt ist. Zum Vergleich: das OEZ in München hat 135 Geschäfte, die Dubai Mall 1.200. Und wem das größte Gebäude noch nicht abgedreht genug ist, der kann in der Dubai Mall auf der ersten Etage das Dubai Aquarium & Water Zoo bewundern – mit 10 Millionen Liter Wasser natürlich auch eins der größten der Welt.

Genauso unfassbar sind das Lichtspektakel und die Wasserfontainen Show, die sich nach dem Einbruch der Dunkelheit im 15-Minuten Abstand abwechseln. Es ist unfassbar…

Übrigens: Die nächste höchste freistehende Struktur befindet sich bereits im Bau. Der Dubai Creek Tower soll mehr als 1.000 Meter hoch werden und zur Expo in den Vereinigten Arabischen Emiraten 2020 fertig sein. Auch hier entsteht wieder ein ganzes Stadtviertel.