CMT – Die Urlaubsmesse in Stuttgart

Jedes Jahr im Januar findet für 9 Tage die größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit in Stuttgart statt – mit jährlich über 2.000 Ausstellern und über 250.000 Besuchern. Auch wir stürzen uns ins Getümmel; denn obwohl wir fast 45 Minuten vor Öffnung der Messe da sind, ist es schon rappelvoll.

In unserem Suchraster der Reisemobilaussteller von Offroad-LKWs stellen dieses Jahr Bliss, Bimobil, Kerkamm und der neue Anbieter Azimoo aus. In diesem Segment ist die Abenteuer & Allrad zwar bei weitem ergiebiger, aber wir entdecken dennoch das eine oder andere Neue und Interessante. Daß diese Nischenfahrzeuge es überhaupt auf eine Messe für die breite Öffentlichkeit geschafft haben, zeugt wohl vom wachsenden Freiheitsdrang der Deutschen.

Bei den anderen Reisemobilen ist Ina eher skeptisch und meint nur „Liebling, ich habe die Räder geschrumpft“. Zur Erinnerung hier auch ein Foto von der Abenteuer & Allrad 2019 von Ina mit „unserem“ Reifen.

Für uns war es wichtig, auf der Messe viele Ideen zu sammeln zu unserer offenen Baustelle „Heckgarage“: Einmal ist da die Frage, womit wir lokal unabhängig vom Truck unterwegs sein wollen – Fahrrad, Klapprad (konventionell oder mit elektrischem Antrieb) oder E-Roller? Alles kann auf der Messe ausprobiert werden. Wie soll das entsprechende Vehikel in 1,50m Höhe in die Heckgarage passen und wie dort befestigt werden? Auch dazu gibt es viele Lösungen. Und wie passt das mit einem Regalsystem für Stauboxen zusammen? Ihr ahnt es schon, ja, auch Regalsysteme kann man sich anschauen.

Beim Thema Navigation haben wir uns (weil wir einmal da waren) das TomTom Go-Camper angesehen. Ein konventionelles PKW-Navi funktioniert für uns nicht mehr, weil wir Gewicht und Höhe des Fahrzeugs bei der Routenplanung berücksichtigen müssen. Das TomTom Co-Camper ist ein gutes Produkt mit eigener App und der Möglichkeit, gpx-Daten zu importieren und Tracks aufzuzeichnen. Leider ist der Bildschirm für uns zu klein und das Gerät erlaubt kein Laden von Karten von für uns wichtigen Drittanbietern. Schade.

Uns interessieren dieses Jahr für die Ausstattung unseres Trucks außerdem Markisen sowie deren Befestigungsmöglichkeiten an Zurrschienen, zudem Teleskopleitern, Druckluft-Hebekissen, Stau- und Ordnungskonzepte, Geschirr, Töpfe und Krimskrams wie faltbare Eimer. Es ist alles da in bunter Vielfalt.

Naja, und dann ist da ja auch noch das nächste Reiseziel zu entscheiden – die Anden oder die Seidenstraße? Auch hier gab es für uns auf der Messe viele Informationen und Vorträge bzw. Filme zu den Reisezielen und zur Verschiffung.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Besucht in Halle 4 auf dem Stand des ADAC das Bistro. Bei einer Limonade oder einem Espresso die Ruhe genießen und auf den Trubel herabschauen ist sehr entspannend.

Ach ja, und wer Firmennamen und Webadressen abfotografiert, statt Prospekte zu sammeln, ist – im wahrsten Sinne – unbeschwerter unterwegs und schont die Umwelt.

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Das Erwin Hymer Museum

Das Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee wurde 2011 eröffnet und ist mit über 80 Wohnanhängern und Wohnmobil-Oldtimern für alle Fans von Campingfahrzeugen ein echter Geheimtipp.

Wir betreten die Ausstellung durch einen Tunnel, und betrachten per Videoprojektion das geschäftige Treiben in drei Wohnungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ein junges Pärchen, eine Familie mit zwei Kindern und ein älteres Ehepaar; alle drei sind mitten in den Vorbereitungen für den Campingurlaub. Die Message ist klar und stimmt auf die Ausstellung ein: Camping ist nichts für eine bestimmte Generation oder ein bestimmtes Klientel, Camping ist der Wunsch nach Unabhängigkeit, Natur und Landschaft, der nichts mit Alter und Status zu tun hat.

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Mit dem Wunsch nach Freiheit wandern wird durch die Zeit der ersten Wohnanhänger  bis in die Neuzeit – immer durch das Land, das in der entsprechenden Epoche das Traumziel der Reisenden war. Es geht über die Alpen nach Italien, weiter nach Indien über die Ostsee nach Marokko, Nordamerika, Skandinavien und den Atlantik bis in die Zukunft. Die ausgestellten Reisemobile sind hergerichtet als würden die Besitzer gleich wiederkommen, die Route weiter planen, den Grill anwerfen, am Esstisch Platz nehmen oder in der Sonne chillen.

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Das erste Wohnmobil, der erste deutsche Wohnwagen, ein Hippi-Fahrzeug aus den 60ern, Eigenbauten der ehemaligen DDR; die Ausstellung zeigt, dass es Van-Life nicht erst gibt, seit der gleichnamigen Hashtag populär geworden ist. Vanlife begann in Deutschland bereits 1931, war wirklich einfach und hatte nicht vom heutigen Luxus.

Der Fokus liegt auf den Marken, die heute zur Hymer Group gehören, und den persönlichen Geschichten einiger Gründerväter: So ist ein Nachbau jenes Wohnautos und ersten deutschen Wohnwagens ausgestellt, das Arist Dethleffs als Hochzeitsgeschenk baute, weil seine ihm frisch angetraute Gattin, die Landschaftsmalerin Fridel Edelmann, ihn bei seinen Reisen begleiten wollte.

Im Abschnitt „Zukunft“ setzt sich die Ausstellung mit den Themen Urbanisierung, Individualisierung, schwindenden natürlichen Ressourcen, Digitalisierung, autonome Systeme, Vernetzung und neuen Raumkonzepten wie den auf das wesentliche reduzierten Tiny Houses auseinander.

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Am Ende der Reise geht es wieder durch einen Tunnel „hinaus in die Welt“ und wir verlassen das Museum mit ein wenig Wehmut, aber auch mit Vorfreude auf unsere eigenen nächsten Abenteuer.

Die Ausstellung ist abwechslungsreich, informativ, liebevoll bis ins Detail und gespickt mit persönlichen Geschichten. Die Ausstellungsstücke selbst werden multimedial im Kontext zum Lebensgefühl ihrer Zeit präsentiert. Es gibt Bereiche zum Schauen, zum Mitmachen und zum Ausruhen. Alles in Allem eine tolle Ausstellung – so geht Museum!

Als Pfadfinder unterwegs in Bergkirchen …

… oder warum man auf den Landstraßen im Dachauer Hinterland eben doch eine Winde braucht.

Das Wetter ist traumhaft und wir entscheiden spontan, heute Abend zu Grillen und das geplante Hähnchen-Gemüse-Curry zu verschieben. Also ab in den Defender und noch schnell Grillfleisch besorgt. Auf dem Weg zum Metzger geht es durch den Kreisel am Engelbert Strauss.; dort hat ein alter Allrad-Bully entgegen der Fahrtrichtung rückwärts zwischen zwei riesigen Findlingen außen im Kiesbett geparkt. Das sieht irgendwie verkehrt aus.

Irgendetwas scheint auch verkehrt zu sein, denn der Bully-Fahrer läuft unserem Defender gestikulierend hinterher. Es stellt sich heraus, dass er mit voller Absicht im Kiesbett steht, weil er dort unter der Brücke im Schatten parken wollte, um bei Engelbert Strauss Schuhe zu kaufen. Jetzt braucht er Hilfe, weil er sich ohne vernünftige Differentialsperre bis zur Achse im Kies eingegraben hat. Wieso er nicht auf den halb leeren Parkplatz von Engelbert Strauss gefahren ist, erschließt sich uns nicht, ist aber auch egal. Die Hoffnung, dass wir im Defender Bergeequipment an Bord haben, enttäuschen wir nicht und fahren zurück, um ihn mit unserer Winde aus dem Kies zu ziehen.

Bevor wir dem Dussel jedoch helfen können, kommt ein Polizeiwagen mit zwei Herren in Uniform, denen das ganze Set-up im Kreisel vermutlich auch verkehrt vorkommt. Nach einem kurzen Gespräch fahren die Polizisten Gott-sei-Dank kopfschüttelnd weiter mit den Worten „Da fällt mir nix mehr ein. Wenn Hilfe da ist, denke ich mir jetzt meinen Teil und wir fahren wieder.“ Puh, da hat der Kollege gleich dreifach Glück gehabt: wir wollten Grillfleisch, der Defender brauchte Bewegung und die Polizisten waren mehr Freund und Helfer als Ordnungsmacht.

Jetzt aber los: Schüppe raus, Kies vor den Reifen entfernt, einen Findling zur Seite gerollt, Winde angeschlossen, Knöpfchen gedrückt, es macht sssssssss und keine 10 Minuten später steht der Bully wieder auf Asphalt. Noch ein kurzes „high five“ und schon sieht es im Kreisel aus, als wäre nie etwas gewesen.

Und wir? Wir sind zufrieden mit uns, dem Defender und unserer Ausrüstung. Jeden Tag eine gute Tat oder ganz nach Robert Baden-Powell „On my honour I promise that I will do my best to help other people at all times.“