Krieg und Frieden

Bei unserem Steyr handelt es sich um ein österreichisches Militärfahrzeug. Unser Fahrzeug war aber beim Kauf weiß lackiert, hat ein UN-Logo und eine arabische Aufschrift an der Seite getragen; was hat es damit auf sich?

Unser Steyr gehörte wohl zu einem österreichischen Kontingent, das im Rahmen eines UN-Mandats auf den Golan-Höhen stationiert war. Die UN-Resolution 350 aus dem Jahr 1974 hat zum Ziel, die israelischen und syrischen Streitkräfte auf den Golanhöhen zu trennen und für die Einhaltung eines vereinbarten Waffenstillstands zu sorgen. Die hierzu ins Leben gerufene United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF) besteht bis heute fort und zählt (Stand April 2018) 1.112 Soldaten, vor allem aus Nepal, den Fiji-Inseln und Indien. Bis heute hat die Mission 49 Tote zu beklagen; insgesamt kamen 27 Österreicher am Golan ums Leben, darunter drei gleich im Jahr 1974.

Auf der Startseite zu den Auslandseinsätzen des österreichischen Bundesheeres findet sich mittlerweile kein Verweis mehr auf das UNDOF Mandat, nachdem dieses zwischenzeitlich beendet wurde. Alte Dateien und Bilder sind auf der Seite aber immer noch verfügbar, darunter auch interessante Hintergrundinformationen zur UN-Mission. Ferner findet sich dort sogar ein Foto des Steyr 12M18 in der Lackierung der UN Friedensmission. Ob das unser Fahrzeug ist? Wir wissen es nicht. Zur Beendigung des Mandats selbst gibt die offizielle Seite des Bundesheeres keine Auskunft, wohl aber das Truppenmagazin. Dort steht zu lesen, dass Österreich sein Kontingent in 2013 – nach über 39 Jahren – aufgrund der verschlechterten Sicherheitslage kurzfristig abgezogen hat.

Weitere Informationen zum UNDOF Einsatz und zu den verwendeten Fahrzeugen erfährt man auch im privaten militärhistorischen Archiv Doppeladler.

Über die Pressestelle des österreichischen Bundesheeres habe ich versucht, anhand der Fahrgestellnummer genaueres über die Historie unseres Fahrzeugs herauszufinden. Zu meiner Anfrage (Originalzitat) „nimmt das Bundesministerium für Landesverteidigung wie folgt Stellung:

  1. Gegenständliches Fahrzeug wurde im September 1986 in den Bestand des öBH [Österreichisches Bundesheer] übernommen
  2. Im Jänner 2006 wurde das Fahrzeug dem UNB [UN-Batallion] Naher Osten zugeteilt wo es bis Mai 2014 verwendet wurde
  3. Nach dem Rücktransport nach Österreich wurde das Fzg ausgeschieden und im Oktober 2014 behördlich abgemeldet und der Versteigerung zugeführt.“

Also, Krieg oder Frieden? Dass unser Steyr mal für militärische Einsätze entwickelt und gebaut worden ist, hat einen Teil zur Kaufentscheidung beigetragen, garantiert es doch eine höhere Belastbarkeit und größere Robustheit. Wir fühlen uns aber gut damit, dass ausgerechnet unser Steyr einen kleinen Beitrag geleistet hat, die Welt ein bisschen friedlicher zu machen.

Upgrades gegenüber dem Basisfahrzeug

Fernreisende auf der Suche nach einem geeigneten Basisfahrzeug stehen immer wieder vor einem Zielkonflikt; auf der einen Seite soll das Fahrzeug robust und gut wartbar sein; auf der anderen Seite aber gerne komfortabel und modern; und zum dritten bitte bezahlbar. Die Schnittmenge dieser drei Ziele ist meist sehr überschaubar.

Stellt man das Ziel der Bezahlbarkeit (die ohnehin relativ ist) hinten an, bietet der Steyr aber die perfekte Kombination aus einem robusten Militärfahrzeugs mit neuwertiger Technik und attraktiver Optik. Auch die „Welt“ zeigte sich von diesem Ansatz schon begeistert.

Damit lässt es Excap aber nicht bewenden; mittlerweile ist eine Reihe von Upgrades erhältlich, und die Liste wird immer länger. Bei weitem nicht alles davon findet den Weg in unser Fahrzeug…  Vermutlich das sinnvollste Upgrade ist die Überarbeitung der Einspritzpumpe, der Verbau eines Ladeluftkühlers und einer geänderten Luftansaugung, auch Airbox genannt. Damit steigt die Leistung von rund 180 auf über 210 PS. Eine geänderte Edelstahl-Abgasanlage steigert nochmal die Leistung und schafft Platz für Stauboxen oder Tanks aus PE. Größere Räder verbessern das Fahrverhalten, reduzieren die Motordrehzahl und damit die Lautstärke im Fahrerhaus. Andere Federn und Dämpfer stimmen das Fahrzeug auf den neuen Beladungszustand ab. Ein Dachträger schafft Platz für ein Ersatzrad oder Brennholz; im Inneren bieten eine Dachkonsole und eine Mittelkonsole zusätzlichen Stauraum. Sogar eine Klimaanlage kann nachgerüstet werden. Highlight im Innenraum sind die Scheelmann Sportsitze, die einen hervorragenden Langstreckenkomfort bieten. Und der neueste Clou aus Gadernheim; die typische Excap-Stoßstange für Projektionsscheinwerfer ist überarbeitet worden. Damit bekommt ein über 30 Jahre alter LKW in seinem zweiten Leben tatsächlich nochmal ein „Facelift“ …

Neben diesen großen Upgrades (und einer Unzahl technischer Maßnahmen im Detail, wie der Erneuerung der Frontscheibe oder der Revision von Kupplung und Getriebe) gibt es viele kleine, feine Verbesserungen, die Excap sich ausgedacht hat. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, kann der weltreisende Kunde sich für eine Winde, Diesel-Wasserabscheider, Reifendruck-Regelanlage, externe Radio-/GPS- oder WLAN-Antennen, einen elektrischen Kupplungsverstärker, eine Außenleiter, Zurrösen, Umfeldbeleuchtung, LED-Scheinwerfer, Zusatzschlösser, ein Soundsystem oder vieles mehr entscheiden – und erreicht dann leicht eine sechsstellige Summe, für die der LKW am Ende den Besitzer wechselt. Unnötig zu sagen, dass jedes Detail im ausführlichen Gespräch gemeinsam besprochen und vereinbart wird.

Die absolute Kür und nur den wahren Profis vorbehalten: wem zwei eingetragene Sitze im Fahrerhaus nicht ausreichen, für den bietet Excap den Umbau auf eine Doppelkabine, kurz DoKa, mit 4-5 eingetragenen Sitzplätzen ein. Damit wird der Steyr auch familientauglich, denn mit der optionalen Rahmenverlängerung nach Aufbaurichtlinien der Firma Steyr ist das Fahrzeug dann auch für längere Kabinen geeignet.