6… 5… 4… 3…

Bald ist es soweit – wir haben einen verbindlichen Abholtermin für unseren Mzungu!

  • 16 Jahre, nachdem wir erstmals über einen Expeditionstruck nachdachten und begonnen haben, mit dem vagen Zieltermin „Renteneintritt“ auf einen LKW zu sparen,
  • 6 Jahre, nachdem wir auf der Abenteuer Allrad Stefan Pfeifer und seine Firma Excap kennenlernten und von der Idee begeistert waren, einen Steyr 12M18 restaurieren zu lassen und als Basisfahrzeug zu nutzen,
  • 6 Jahre nach dem ersten Kontakt zur Firma Bocklet mit einer unverbindlichen Anfrage zu Kosten und Lieferzeiten,
  • 5 Jahre nach dem Anruf von Stefan Pfeifer, er habe ein passendes Basisfahrzeug für uns verfügbar, einer Probefahrt im Schnee und der Entscheidung, das Thema nicht bis zur Rente aufzuschieben und jetzt einen LKW zu kaufen,
  • 4 Jahre nach einer 24-Stunden Probefahrt mit dem Steyr eines Freundes,
  • gut 2 Jahre nach dem Beginn der Restaurierung des Basisfahrzeugs bei Excap,
  • gut 1 Jahre nach der Überführung des restaurierten Basisfahrzeugs an Bocklet und des Baustarts für die Kabine,

haben wir also jetzt einen Abholtermin: es ist der kommende Samstag, der 18.07.20! Wir freuen uns riesig.

Und warum das alles? Die Mühe, die vielen Überlegungen, die ganzen Ausgaben? – Darum!

 

Verschränkungstest, Zulassung und letzte Arbeiten am Fahrzeug

Zwischenzeitlich haben uns Bilder vom Verschränkungstest erreicht. Wozu nochmal Verschränkung? Der Hintergrund ist einfach; je besser sich im Gelände die Achsen zueinander verschränken können und je mehr Bodenunebenheiten die Federn ausgleichen, desto besser bleiben die Räder am Boden und desto länger bleibt der Vortrieb erhalten.

Der Hintergrund des Tests ist, einerseits dies zu erproben; andererseits muss gerade bei einem Fahrzeug mit einem so individuellen Aufbau sichergestellt sein, dass auch im Gelände alles hält und nichts schleift. Kritisch sind dabei neben den Rädern und Radhäusern auch der Durchgang zur Kabine und alle Leitungen und Kabel.

Zudem haben wir unser Fahrzeug mittlerweile erfolgreich als „geländegängiges Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz“ zulassen können. Mzungu gilt als Wohnmobil und ist damit von LKW-Maut und Sonntagsfahrverboten ausgenommen; mit der EG-weit neuen, eingetragenen Fahrzeugklasse M1G ist das auch im europäischen Ausland erkennbar (bei der alten deutschen Fahrzeugklasse „So.-Kfz. Wohnmobil“, die außerhalb Deutschlands keine Gültigkeit mehr hat, wäre das weniger eindeutig gewesen). Unser zulässiges Gesamtgewicht liegt gemäß der neuen Einzelabnahme jetzt bei 11,5t, das Leergewicht bei knapp 8,8t – ein Wert, mit dem wir sehr zufrieden sind und der reichlich Reserven lässt. Die Länge liegt bei „kompakten“ 7,30m, die Breite bei 2,50m und die Höhe bei 3,70m.

Versichert haben wir unseren Mzungu über Jahn & Partner bei der Nürnberger, denn wir wollen in Afrika und Asien unterwegs und versichert sein. Für Südamerika werden wir uns eine andere Lösung überlegen müssen.

In ein paar Wochen wird unser Fahrzeug auf der Homepage wohl als Bocklet DAKAR 730 zu finden sein.

 

Das Ziel kommt in Sicht

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, Ende Mai ein weiteres Mal nach Koblenz zu fahren, um uns selbst ein Bild vom aktuellen Bauzustand unseres Steyr zu machen. Und es ist wieder viel passiert – das Ziel kommt in Sicht …

Außen ist der Fortschritt in vielen Kleinigkeiten sichtbar. Mittlerweile sind die orangen, seitlichen Positionsleuchten montiert, die für Fahrzeuge ab 6m Länge vorgeschrieben sind. Zudem sind seitlich und hinten je zwei Scheinwerfer angebracht, die die Umgebung ausleuchten und das Rangieren im Dunklen vereinfachen. Unser Steyr hat hinten eine Abschleppöse erhalten, die wir hoffentlich mehr für die Bergung anderer Fahrzeuge als für uns selbst benötigen. Zudem ist die Reifendruck-Regelanlage in der vorderen Staubox an der Beifahrerseite montiert, ebenso wie die vier Schlauchdepots in der Nähe der Reifen. Die hinteren Radhäuser haben eine Verkleidung aus dicken PE-Platten bekommen, um Beschädigungen und Verschmutzungen durch hochfliegenden Dreck zu reduzieren. Und unsere Tanks sind besser geschützt als zuvor; zum einen durch einen seitlichen Schutzbügel, vor allem aber durch eine Schutzplatte aus Riffelblech unter den Tankkonsolen. Diese war uns wichtig, damit nicht die Tankkonsole oder gar der ungeschützte Tank als erstes den Boden berühren, wenn man über eine steile Kuppe fährt …

Noch eindrucksvoller sind die Fortschritte im Inneren. Auf den ersten Blick fällt auf, dass alle Schränke und Fächer ihre Türen und Klappen erhalten haben. Der Thetfort Triplex Backofen mit Kochfeld ist eingebaut, ebenso wie die Armaturen für Wasser. Alle Schalter sind montiert, das Deckenlicht und auch die ambiente Beleuchtung in Küche, Wohn- und Bettbereich funktionieren schon, ebenso wie die Leseleuchten am Bett. Der Durchgang ins Fahrerhaus ist fertig, im Bad ist der Spiegelschrank montiert, der Kühlschrank ist eingebaut und unsere vier Lithiumbatterien sind angeschlossen. Die ganze Steuerung läuft in einem beeindruckenden Schaltpanel zusammen, das neben der Bocklet-eigenen zentralen Schalttafel Bedienelemente für die Heizungen und die Elektronik beinhaltet. Es wird eine Weile dauern, bis wir das alles verstanden haben und sicher bedienen können …

Und die nächsten Schritte? Jetzt geht das Fahrzeug für letzte Arbeiten am Fahrerhaus nochmal zu Excap, danach erfolgt der Test und die Fertigstellung bei Bocklet. Und dann schließlich die Übergabe an uns … wir können es kaum erwarten!