Theoretische Führerscheinprüfung? Tick !

Wir haben am Montag Abend die theoretische Führerscheinprüfung für unseren LKW-Führerschein Klasse C geschafft.

Vor dem Erfolg hat das deutsche Verwaltungssystem aber den Behördenapparat gesetzt.

Zuerst haben wir ein den Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis von der Webseite des Landratsamts Dachau herunter geladen. Wir haben das Formular ausgefüllt, unterschrieben und von unserer Meldebehörde, der Gemeinde Bergkirchen, bestätigen lassen. Das Formular haben wir mit einem biometrische Passfoto, einem Sehtest und einem ärztlichen Gutachten bei der Führerscheinstelle in Dachau abgegeben. Nach ca. 3 Wochen hat die Fahrschule die Bestätigung bekommen, dass von uns vermutlich kein größeres Verkehrsrisiko ausgehen wird.

Danach sind wir zur Fahrschule gefahren, um diese zu beauftragen, uns zur theoretischen Prüfung anzumelden, um eine Gebühr zu zahlen und um einen Ausbildungsnachweis zu bekommen.

Wir hatten gut 6 Wochen Zeit, haben das Lehrbuch durchgearbeitet, mit der App „Fahren Lernen Max“ 833 Fragen gebüffelt und ungefähr 30 Testbögen zur Probe gemacht.

Dann ging es zum Prüfungstermin zum TÜV. Auch hier wurde eine Gebühr fällig und der Ausbildungsnachweis war vorzulegen. Die Prüfung selbst war vollelektronisch auf Tablets, und am Ende haben wir wieder ganz unelektronisch ein Blatt Papier mit dem Ergebnis erhalten.

Inas absolute Favoriten dämlicher Antwortmöglichkeiten:

  • Eine Pferdekutsche überholt man auf einer Landstraße am besten mit hoher Motordrehzahl.
  • Mit einem blinden Mann (auf dem Foto durch weißen Stock, Hund und gelbe Armbinde mit 3 schwarzen Punkten zu erkennen), der die Straße überqueren möchte, nimmt man Blickkontakt auf.
  • Die Legende einer Straßenkarte gibt einen historischen Überblick über die Entstehung der Karte.
  • Die Anweisungen eines elektronischen Navigationsgeräts sollen stets befolgt werden.
  • Straßenkarten von Automobilclubs und Tankgesellschaften weichen nie von den wahren Begebenheiten ab.
  • Bei kippgefährdeter Ladung hat man eine Begleitperson zur Sicherung auf der Ladefläche mitfahren zu lassen.

Aber es waren nicht alle Antworten so leicht durchschaubar. Abgefragt wurden technische Themen wie die Funktionsweise der Federspeicherbremse, des Mehrkreisbremssystems, der ALB (automatische lastabhängige Bremse), der Selbstzündung des Dieselmotors, unterschiedlicher Anhängerkupplungen und der Nockenwelle. Außerdem gab es Fragen zum Fahrtenschreiber, zu Lenk- und Ruhezeiten, zur Ladungssicherung, zum gewerblichen Gütertransport und zu besonderen Kennzeichnungspflichten.

Aber jetzt haben wir es geschafft: Wir haben 37 Fragen korrekt beantwortet und stoßen erstmal mit einem Glas Sekt an.

Prost!

Warum ein Steyr 12M18 ?

Kaum eine Frage beschäftigt Offroad-Reisende wohl so sehr wie die nach dem richtigen (nächsten) Basisfahrzeug. Die Auswahl ist unendlich; der eine fährt mit einem über 40 Jahre alten Toyota Landcruiser bis nach Australien, der nächste kauft einen 18-Tonnen-Zetros von Mercedes und findet sein Glück in St.-Peter-Ording. Das Panoptikum an Möglichkeiten ist so individuell wie die Anforderungen – mindestens.

Hier liegt aber auch der Schlüssel; das Fahrzeug muss zu den eigenen Anforderungen passen. Uns war wichtig, dass wir ein technisch einfaches, gut wartbares Basisfahrzeug erhalten, das wir weltweit nutzen können und das keine Anforderungen an den verfügbaren Diesel stellt. Aufgrund komplizierter Motorentechnik scheiden damit die meisten nach 2000 gebauten Fahrzeuge aus. Ferner sollte das Fahrerhaus modern und komfortabel sein; der Radstand sollte für eine Kabine von ca. 4,5m Länge passen, bei kurzem Radstand, damit das Fahrzeug kompakt bleibt. Trotz Kabine sollte das Fahrzeug bzgl. Gewicht noch Reserven haben; ein potenter Allradantrieb mit Sperren stand zudem im Lastenheft. Wegen mangelnder Zeit, ausbaufähigem Talent und nicht zuletzt auch fehlendem Platz kam außerdem nur ein gut restauriertes Basisfahrzeug in Frage, das dann auch noch zu einem akzeptablen Preis verfügbar sein sollte.

Die beste Lösung – nicht einmal der beste Kompromiss, da wir alle Anforderungen erfüllen konnten – stellt der Steyr 12M18 dar, in der von Excap auf „besser-als-neu“ restaurierten Version. Komfortabler als ein Unimog, kleiner als ein MAN KAT, wendiger als ein Mercedes und besser verfügbar als ein alter IVECO. Eine Vorstellung des Steyr als Basisfahrzeug findet sich hier. Dass wir nicht ganz falsch gelegen haben können, zeigt die Tatsache, dass sich die Preise für das Fahrzeug (wohlgemerkt unrestauriert mit Baujahren um 1986) seit unserem Kauf in 2015 um die Hälfte erhöht haben.

Vor- und Nachteile eines LKW als Basisfahrzeug

Seit vielen Jahren sind wir in unseren Urlauben immer unterwegs – nicht nur ZUM Urlaubsort, sondern auch AM (ständig wechselnden) Urlaubsort. In den 1990’ern mit Rad und Zelt, dann mit gemieteten Geländewagen, später mit unseren eigenen, bis wir mittlerweile den zweiten Land Rover Defender zum geländegängigen Reisemobil umgebaut haben. Warum jetzt also ein LKW?

Über die Jahre ist in uns die Idee gereift, „später mal“ lange mit einem großen und komfortablen Offroad-LKW auf Reisen zu sein. Die Mischung aus der „Camel Trophy“ und der 80er-Jahre TV-Serie „Auf Achse“ mit Manfred Krug und Rüdiger Kirstein haben ihre Wirkung nicht verfehlt … Gegenüber einem Geländewagen hat der LKW Vorteile in Bezug auf Autarkie, Reichweite, Komfort, Sicherheit und Geländegängigkeit auf Langstrecken. Ein Geländewagen ist dem gegenüber im Vorteil bezüglich Handlichkeit, Reisetempo, Wendigkeit und den Kosten für die Anschaffung. Gleiches gilt für die Betriebskosten – ob bei Kraftstoff, Fährkosten oder Parkeintritten. Über Vor- und Nachteile von LKW als Basisfahrzeug haben sich schon viele Reisenden Gedanken gemacht – zum Beispiel hier.

Ist der LKW nun die „richtige“ Idee? Das wissen wir nicht – das wird die Zeit wohl zeigen. Sicher ist, dass sich die Art zu reisen ändern wird. Wir werden am Tag weniger Kilometer fahren und kleine Bergdörfer und zugewachsene Pfade meiden. Dafür erleben wir unsere Reisen vor Ort hoffentlich intensiver, bleiben auch mal am Ort und sind unabhängiger bei der Stellplatzsuche. Zudem steigt mit dem Komfort auch die Gelassenheit und die Erholung. Das ist zumindest die Hoffnung. Aber bis wir da sicher sind, wird der Defender erst mal nicht verkauft …