Kochen, Grillen und Lagerfeuer im Freien

Bei einer Campingreise spielt sich für uns im besten Fall ein Großteil des Lebens draußen in der Natur ab. Idealerweise gilt das auch für das Kochen und Essen und das beliebte Lagerfeuer am Abend; und hier tun sich viele Möglichkeiten auf!

Lagerfeuer

Im Defender waren wir aus Gewichts- und Platzgründen immer spartanisch unterwegs. Seit unseren ersten Radtouren nutzen wir unseren Trangia-Kocher, zunächst mit Spiritus und heute mit Gaskartuschen. Um auch mal grillen zu können, wenn man frei steht oder der Campingplatz über keine Grillstelle verfügt, haben wir uns einen Relags Grilliput Mini-Grill zugelegt, den man direkt auf Holz oder Kohlen stellen kann. Geht das nicht, stellen wir eine kleine Feuerschale unter. Auf der rund 25 x 25cm großen Grillstelle bekommt man zumindest kleine Steaks oder Würstchen für zwei gut gegrillt. Dabei ist der Grill zusammengelegt nur ein Zylinder mit 3cm Durchmesser und 30cm Länge.

Für den Steyr sind die Möglichkeiten viel größer. Wir hatten uns entschieden, unseren LKW nicht gasfrei aufzubauen. Der Grund war, einen Backofen betreiben zu können und neben Strom und Diesel einen weiteren Energieträger an Bord zu haben, mit dem die Heizung unabhängig von Höhe und Außentemperatur sicher funktioniert. In unserer Heckgarage liegt daher nun ein Gasanschluss, an den wir einfach einen portablen Gasgrill anschließen und draußen mit Gas kochen könnten. Wenn genug Strom zur Verfügung steht und wir Gas sparen wollen, kann nicht nur die Heizung mit Strom betrieben werden. Wir können zum Kochen künftig auch ein Induktionskochfeld mit 1600W nutzen, das natürlich auch innen betrieben werden kann.

Wer Grillen möchte und keine Lust auf langes Anfeuern von schwerfälligen Grills hat, kann daheim wie unterwegs mit dem Lotusgrill seinen Zeitaufwand massiv reduzieren. In die Mitte des Grills wird Holzkohle eingefüllt, die von unten mit einem Gebläse durchströmt wird. Damit ist der Grill in weniger als fünf Minuten einsatzbereit und senkt massiv die Hürde, abends doch noch schnell ein Steak auf den Grill zu werfen.

Ein Schmuckstück ist aber vor allem unser Primus Kamoto Campinggrill. Er ist faltbar und kann mit Holz oder Kohle betrieben werden. Lässt man den Grillrost weg, dient er auch als Feuerstelle und hält die Wärme vom Campingrasen fern. Dem gemütlichen Lagerfeuer-Abend steht damit nichts mehr im Weg …

 

Ich will einfach nur hier sitzen …

… so geht es einem manchmal nach einem langen und heißen Fahrtag, nach dem man sich auf ein gemütliches Glas Wein und ein leckeres Essen freut.

Stühle

Beim Campen braucht es dazu die passende Sitzgelegenheit, und wir haben einmal unsere Campingstühle in den Größen M, L und XL nebeneinander aufgestellt.

Stühle eingepackt

Die ältesten Campingstühle sind die grünen Coleman, die uns seit dem Anfang unserer Reisezeit mit Geländewagen 2003 begleitet haben. Erst 2013 haben wir sie durch die schwarzen Camp4 Regiestühle ersetzt; der Grund war, dass in unserem Defender Td4 im Vergleich zum Vorgänger Td5 hinter den Vordersitzen weniger Platz für die Ablage der Stühle war und wir deshalb auf kleinere Stühle ausweichen mussten. Die Camp4 sind zum Frühstücken und Abendessen am Tisch besser geeignet, weil man höher und aufrechter sitzt; zum Faulenzen am Lagerfeuer sind die Coleman aber viel bequemer.

Stühle ausgepackt

Für den Steyr haben wir uns unsere Traum-Stühle gegönnt, den King Goanna von Oztent. Bequemer und loungiger geht es kaum, und im LKW werden wir auch Platz für XL Campingstühle haben.

Wagen heben und Reifen wechseln

Die häufigste Panne, mit der wir unterwegs rechnen, ist die Reifenpanne – und solange es bei einem platten Reifen bleibt, werden wir uns nicht beschweren. Ein Durchstich der Lauffläche lässt sich voraussichtlich selbst beheben; ähnlich wie beim Fahrrad oder Geländewagen können auch beim LKW „Gummiwürste“ (oder fachmännisch: Dichtkörper) in den Stichkanal eingezogen werden, die die Öffnung verschließen. Beim Landy haben wir damit schon gute Erfahrungen gemacht.

Defender_Reifenwechsel

Aber ein Reifenwechsel erfordert beim LKW (der geneigte Leser ahnt es bereits) einen etwas anderen Materialeinsatz als beim PKW … hier könnten die hier bereits angesprochenen Hebekissen zum Einsatz kommen, aber nur mit diesem Hilfsmittel zu fahren, wäre uns zu heikel, zumal wir die Anschaffung erst einmal zurück gestellt haben.

Zunächst müssen wir unser rund 140kg schweres Ersatzrad auf den Boden bringen. Um es von der Rückwand des LKW abzulassen, brauchen wir einen Kettenzug, der in der Strebe des Ersatzradhalters eingesetzt wird. Dafür muss das Ersatzrad gelöst und in den Kettenzug eingehängt werden, was ohne Teleskopleiter nicht funktioniert.

Kran

Ist das Rad am Boden, kann das zu wechselnde Rad gelöst werden. Bei einem Anzugsdrehmoment von 500Nm keine leichte Aufgabe – das Moment entspricht einem Gewicht von 50kg auf einem Radmutternschlüssel von 1m Länge. Wir lösen das Ganze – im doppelten Wortsinn – hoffentlich sicher mit einer guten Stecknuss, einer Verlängerung (um seitlich am Reifen vorbei zu kommen) und einer Umschaltknarre oder einem sogenannten Quergriff mit Gleitstück. Alles zusammen erhält man bspw. in einem Set von Gedore. Auf den Quergriff wird dann bedarfsweise ein Rohr aus dem Baumarkt zur Verstärkung aufgesteckt, wenn die eigene Kraft nicht reicht.

Ist das Rad gelöst, kann das Fahrzeug angehoben werden. Wir rechnen mit einem fahrbereiten Gewicht von um die 8,5t. Zur Sicherheit wollen wir einen Wagenheber verwenden, der auf 10t ausgelegt ist, auch wenn nie das ganze Fahrzeug angehoben wird. Das eigentliche Problem ist aber die Hubhöhe; die Flankenhöhe unserer Reifen beträgt ca. 14 Zoll, also rund 35cm. Um diesen Weg muss ein Wagenheber das Fahrzeug anheben, um ein intaktes Rad zu montieren, wenn das Fahrzeug nach einem Reifenschaden im schlimmsten Fall mit der Felge am Boden aufliegt. Eine solche Hubhöhe bietet aber kein (transportabler) Wagenheber – es bleibt also nur, das Fahrzeug einmal anzuheben, dann abzustützen, den Wagenheber zu entfernen, einen erhöhten Unterbau für den Wagenheber herzustellen und erneut anzuheben. Wer einmal einen PKW mit 2t Gewicht zum Reifenwechsel angehoben hat – ohne dabei unter dem Auto zu arbeiten und zwischenzeitlich den Wagenheber umsetzen zu müssen! – kann sich vermutlich vorstellen, wie viel Respekt wir vor dieser Übung haben …

Zumindest technisch haben wir aber alles beisammen, was es dafür braucht. Unser Wagenheber wird ein Teleskopmodell von Weber Hydraulik mit 260mm Hubhöhe sein, die Abstützung erfolgt mit einem passenden Unterstellbock. Der Unterbau wird aus soliden Eichenholzklötzen hergestellt – hier haben wir uns bei Feuerwehren das sogenannte „Rüstholz“ abgeschaut … Ist das Rad gewechselt, wird das neue Rad mit Hilfe von Zentrierhülsen montiert und verschraubt. Die Hülsen verhindern, dass beim Aufsetzen des Rades die Radbolzen beschädigt oder verbogen werden. Das Anziehen besorgt später ein Drehmomentschlüssel.

Vielleicht haben wir ja auch Glück, und es ist nur etwas Luft im Reifen nachzufüllen. Dann bleibt das Rad am Heck, das Werkzeug in der Heckgarage, und wir lehnen uns hoffentlich entspannt zurück und lassen unser halbautomatisches Reifendruck-Füllsystem die Arbeit machen …