Riga – Orientierung und Corona

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Riga, auch die Perle des Baltikums genannt, ist die Hauptstadt Lettlands und liegt am Fluss Düna, der nur wenige Kilometer nördlich des Stadtzentrums in die Ostsee mündet. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen an kopfsteingepflasterten Straßen fußläufig nah beieinander. Die Altstadt von Riga gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und war 2014 Kulturhauptstadt Europas. Während die Altstadt im Westen durch die Düna begrenzt wird, befindet sich am östlichen Rand der Altstadt der im Halbkreis von und zur Düna fliessende und durch traumhafte Grünanlagen flankierte Stadtkanal. Es gibt Springbrunnen im Wasser und an Land sowie viele Skulpturen. Der ehemalige Festungsgraben wird heute für ca. 1-stündige Bootsrundtouren genutzt.

Obwohl der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt ist, ist es dieses Jahr ruhig und entspannt – von lebendiger Hauptstadt ist wegen der Corona-Pandemie wenig zu spüren. Der eh schon kleine Flughafen liegt im Dornröschenschlaf und im Hafen liegt ein einziges Fährschiff. Das touristische Leben in Riga ist auf 20% geschrumpft, denn ohne Quarantäne einreisen darf man aus europäischen Ländern mit einem Koeffizienten unterhalb von 16 Neuinfektionen bei 100.000 Einwohnern in einer 2-Wochen-Frist. Aktuell fällt nur gut die Hälfte der europäischen Länder in diesen Range – Tendenz fallend. Die Leere fällt besonders in den fünf Markthallen des Zentralmarktes auf, wo nur wenige Menschen unterwegs sind und Auslagen nur teilweise bis gar nicht gefüllt sind. Es ist deprimierend, wenn man an die Menschen denkt, die normalerweise vom quirligen Getümmel leben. Das Einhalten der 2-Meter-Abstandsregel ist meistens kein Problem. Obwohl keine Maskenpflicht herrscht, tragen wir Masken wo es uns sinnvoll erscheint (am Frühstücksbuffet, im ÖPNV, …). Mit aktuell 2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in den letzten 7 Tagen, steht Lettland deutlich besser da als Deutschland, Uns ist klar, dass das nur eine Scheinsicherheit ist, denn die (wenn auch wenigen) Touristen kommen mit höheren individuellen Wahrscheinlichkeiten einer Infektion ins Land. Daher ist es ganz in unserem Sinne wegen des guten Wetters viel draußen sein zu können.

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Weiter geht’s mit Riga – Architektur.

Ein Haushalt auf Rädern

Neben den ersten Ausrüstungsgegenständen für die Fahrzeugtechnik und für das Leben außerhalb des Fahrzeugs haben wir uns bereits vor der Fertigstellung mit dem Leben in Mzungu beschäftigt. Zugegeben, man kann sehr spartanisch mit einem Löffel, einem Trinkbecher und einer großen Suppentasse unterwegs sein, wie wir es von unseren ersten Campingreisen mit dem Fahrrad noch kennen.

Da es unser Plan ist, irgendwann mehr als zwei bis vier Wochen unterwegs zu sein, möchten wir auf etwas Luxus jedoch nicht verzichten. Aber wo anfangen und wo aufhören?

Da wir in den letzten Wochen schon alles beschafft hatten, was wir mitnehmen wollen, ist das Chaos an Kartons beim Einräumen erstmal groß. Also eins nach dem anderen…

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Zum Schlafen haben wir uns für ganz normales Bettzeug von einem schwedischen Möbelhaus entschieden. Eine große Bettdecke für zwei, zwei Kissen, Matratzenschoner, Spannbettlaken und Bettwäsche. Das alles hatten wir bereits zu Hause im Einsatzfür BESucher – aber wenn wir unterwegs sind, dann haben wir keine Besucher und können die Bettwäsche selbst nutzen. Schlafsäcke, Hüttenschlafsäcke und Isomatten kommen zusätzlich in die Heckgarage – falls wir mehrtägige Wandertouren planen sollten.

Nach dem Aufstehen geht es erst mal ins „Badezimmer“. Da wir im Defender bereits Freude mit unseren platzsparenden Mikrofaser-Handtüchern hatten, haben wir hier aufgestockt. Die Auswahl ist wieder einmal erschlagend. Wir haben Handtücher und Waschlappen in verschiedenen Größen von der Globetrotter Hausmarke FRILUFTS und von Sea-to-Summit. Außerdem haben wir zukünftig eine Waschmaschine an Bord, um den Aufwand für Handwäsche zu reduzieren. Okay, keine echte Waschmaschine, sondern eine Weithalstonne, in die man morgens die Wäsche packt, die man den ganzen Tag auf dem Dach rumfährt und aus der man abends die (hoffentlich) saubere Wäsche herausnimmt. Soviel zur Theorie – der Praxistest folgt natürlich noch.

Gegessen wird von Melamin-Geschirr, dazu gibt es Melamin-Gläser und Besteck aus Schweden. Das alles gibt es in tausendfacher Ausführung zum Beispiel bei Camping Berger oder Camping Wagner. Uns ist wichtig, dass alles bruchfest ist und einen eingearbeiteten Silikonring gegen Rutschen und Klappern hat – danach entscheidet nur noch der persönliche Geschmack. Ihr ahnt es schon, wir haben uns für ein schlichtes steingrau entschieden. Und weil wir im Steyr etwas mehr Platz haben als bisher im Defender, haben wir diesmal gleich für Besucher mitgeplant. Da unser zweiter Kaffee des Tages häufig mit uns auf Fahrer- und Beifahrersitz dem ersten Highlight des Tages entgegenfährt, gibt es zusätzlich Thermobecher von Primus. Apropos Kaffe: zu Hause genießen wir Kaffee und Espresso aus einem Kaffeevollautomaten. Das wollen wir bei längeren Reisen nicht missen und werden uns zukünftig aus der „Esperto Caffè“ von Tchibo verwöhnen lassen – ganz stilecht aus Espresso-Tässchen mit unserem Mzungu-Logo.

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Zum Kochen haben wir uns für das Topfset Tefal Ingenio entschieden – wir möchten es sowohl auf unserem Gasherd als auch auf der Induktionskochplatte nutzen und in den Backofen stellen können, denn wir lieben Aufläufe, selbstgebackenes Brot, ja, und Cremesuppen. Also brauchen wir auch einen Stabmixer. Und dann kommt noch ganz viel Kleinkram: Messer, Schneidbrettchen, Reibe, Spar- und Gemüse-Schäler, Durchschlag, Topflappen, Untersetzer, Sieb, Kochbesteck … und … so … weiter.

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Jetzt nur noch einräumen und es kann bald los gehen. Was fehlt werden wir auf unserer ersten Reise vermutlich sehr schnell feststellen und berichten.

Welcome Mzungu

Endlich ist er da, unser Excap-Steyr mit einem Aufbau der Firma Bocklet. Wir sind überwältigt, glücklich und ungläubig zugleich. Unser Traum ist wahr geworden.

Die Überlegungen zum Einräumen der Kabine sowie andere Verpflichtungen lassen uns erstmal keine Zeit, das Wochenende wegzufahren. Wir nehmen uns dennoch eine ganz kleine Auszeit, packen behelfsmäßig ein paar Sachen in einen Klappkorb und fahren am frühen Abend für eine Nacht zum nahen Regatta-Badesee für das erste Campingerlebnis mit Mzungu.

Wir gehen spazieren, stoßen vor dem Auto in unseren King Goana Stühlen auf Mzungu an und nutzen das erste Mal den Gasherd, um eine Dose Eintopf zu erwärmen – der Geruch verursacht bei Ina einen Flashback in ihre Kindheit. Wir hören Musik von Steve Rothery aus dem USB-Lautsprecher, plaudern im Auto und Christoph duscht mit warmem Wasser. Auch unsere Komposttoilette nehmen wir erfolgreich in Betrieb und natürlich zieht Little-Mu ein.

Nach einer Nacht im gemütlichen Bett in „normalem“ Bettzeug hören wir morgens SWR3. Wie wunderbar, es regnet, und es gibt noch im Schlafanzug einen Kaffee aus dem Tchibo Vollautomaten.

Das nennen wir eine erfolgreiche Einweihung !!!