Die Papiere, bitte!

Was steht eigentlich in einem österreichischen Fahrzeugbrief für ein Militärfahrzeug, das über 30 Jahre alt ist? Wir haben mit dem Kauf des Fahrzeugs den Einzelgenehmigungs-Bescheid ausgehändigt bekommen, aus dem die Erstzulassung am 28.09.1986 und die Abmeldung am 07.10.2014 hervorgehen. Das erste Kennzeichen lautete auf BH81036. Zudem enthält der Bescheid eine Art Fahrzeugbrief mit Fahrgestellnummer, Motornummer und technischen Daten sowie zwei Fotos des Fahrzeugs, noch vor seiner Lackierung in Weiß für das UN-Mandat. Stand schon gut da, als Neufahrzeug …

A propos 30 Jahre alt: Ab dieser magischen Grenze besteht ja die Möglichkeit, Fahrzeuge als historisch zuzulassen und damit die Kfz-Steuer erheblich zu reduzieren. Bei unserem LKW kommt das wohl nicht in Frage; den Buchstaben des Gesetzes nach muss sich das Fahrzeug in einem ursprünglichen oder mit Originalteilen restaurierten Zustand befinden; zudem sind zeitgenössische Umbauten oder Umbauten, die innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Erstzulassung erfolgten, zulässig. Das lässt sich über unser Fahrzeug aber wohl beim besten Willen nicht behaupten…

Fast fertig …

Jetzt wird es ernst: Stefan macht die letzten Arbeiten am Steyr. Danach geht es zum TÜV, wo an unserem Steyr nicht nur die Hauptuntersuchung durchgeführt wird, sonden wo auch unser Antrag auf Ablastung gestellt werden wird. Dann benötigen wir ein neues Typenschild mit der neuen technisch zulässigen Gesamtmasse. Mit dem TÜV-Bericht und der elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB) können wir unser Fahrzeug bei der Zulassungsstelle im Landratsamt Dachau ganz normal als LKW zulassen und bekommen auch noch eine neue Zulassungsbescheinigung Teil I. Versichert wird unser Basisfahrzeug übrigens über den Versicherungsmakler Schömann.

Fast fertig

 

Auf in den Oman …

Die letzten drei Jahre haben wir unseren Reisevirus mit Fahrten in Europa bekämpfen können. Schottland (Fotos und Film), Korsika (Fotos und Film) und Dänemark (Fotos und Reisebericht) sind wunderbare Reiseziele. Uns zieht es aber dennoch weiter weg, zu exotischeren Zielen und zu mehr Abenteuer.

Von der Arabische Halbinsel haben wir von anderen Reisenden schon viele wunderbare Bilder und Geschichten gesehen, gehört und gelesen. Die Landschaft, die Kultur und die Menschen im Iran und im Oman faszinieren uns besonders. Dort wollen wir hin – irgendwann mit unserem Reisetruck. Aber warum warten und nicht schon jetzt einen ersten kleinen Einblick vom Nahen Osten erhaschen? Warum nicht mir dem Defender durch diese Länder fahren? Aber wann und wohin genau und wie soll das gehen mit den sechs Urlaubswochen, die wir im Jahr haben?

Nach einiger Recherche und vielen Diskussionen über Sinn und Unsinn unseres Vorhabens entscheiden wir uns, über Weihnachten und Silvester mit unserem Defender durch die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman zu fahren. Die Reisezeit ist ideal; Temperaturen unter 30 Grad bei angenehmen Nächten, nur 2 Regentagen im Monat und eine erträgliche Luftfeuchtigkeit. Die Feiertage geben uns die Möglichkeit, außerhalb der Hauptferienzeit im Sommer arbeitgeberfreundlich vier Wochen Urlaub zu machen. Nach Dubai sind sowohl die Flüge günstig als auch der Containertransport unseres Defenders als Beiladung über Pangaea Cargo erschwinglich. Die Grenzübertritte zwischen den VAE und dem Oman sind Berichten zufolge kein größeres Problem als diejenigen, die wir aus Afrika kennen.

Wir kümmern uns über Jahn & Partner um eine Versicherung bei der Helvetia, die auch für den Nahen Osten gilt, über den ADAC um ein Carnet de Passage, über unseren befreundeten Makler Josef Hong um eine Frachtversicherung der Nürnberger, über Expeditionstechnik.de um ein Satelitentelefon und um die Flüge. Außerdem haben wir uns von Huawai einen mobilen WLAN Hotspot besorgt, um mit lokalen Sim-Karten unterwegs preiswert ins Internet zu kommen – einerseits für Reise-Recherchen vor Ort, andererseits um mit unseren Liebsten in engem Kontakt zu bleiben.

Campingplätze gibt es keine in den beiden Ländern und wir möchten zwischendurch anständig duschen und unsere Anziehsachen waschen können – insbesondere bevor wir wieder in den Flieger nach Deutschland steigen. Außerdem möchten wir an den Feiertagen fern von Heimat und Familie im besonderen Urlaub etwas noch besondereres machen. Daher buchen wir Unterkünfte für die ersten und letzten Tage in Dubai sowie für Weihnachten in Maskat und Silvester in Salala.

Standort Christoph

 

Endlich ist die erste Phase der Vorbereitung abgeschlossen. Der Defender ist reisefertig und es geht fünf Wochen vor unserem Reisebeginn nach Bremerhaven zur Spedition Pangaea Cargo, von wo er mit der MV „Maersk Stadelhorn“ nach Dubai verschifft werden wird.

Während Christoph gerade als lonesome Cowboy nach Norden unterwegs ist (aktueller standort: rote Markierung auf dem Foto), sitzt Ina am Rechner und plant die Reiseroute.