Das Bett 1,40m breit – reicht das? Bad längs oder quer? Den Herd mit Gas, Diesel oder Strom; und welche Solarleistung ist sinnvoll? Wenn man seine Wohnkabine auf dem weißen Blatt Papier planen kann, öffnet das ungeahnte Freiheiten. Gleichzeitig steht man (wieder mal) vor der Qual der Wahl und kann nur hoffen, alles richtig zu machen. Schließlich hat man in „seiner“ Kabine noch nie gewohnt und ist hinterher immer schlauer …
Aber der Reihe nach. Die Entscheidung für Bocklet fiel nach einem Termin in Koblenz, bei dem wir mit dem Geschäftsführer Gabriel Meinhardt-Bocklet die Eckdaten unserer Kabine festlegt hatten. Die Basis bildet zunächst unser Fahrzeug; mit einem Radstand von 3,50m bietet sich eine Kabine von rund 4,60m Länge an, um den Überhang nicht zu groß werden zu lassen; die Breite ist typischerweise rund 2,40m, was nach Abzug der Wandstärke gute 10qm Wohnfläche ergibt. Im Technikdeutsch des Angebots liest sich das dann so; „Wohnkabine in 50 mm GFK- Sandwichbauweise, beidseitig 2mm GFK- Deckschicht, geschlossenporiger PU- Hartschaum, kältebrückenfreie Eckverbindung mit GFK- Eckprofil und Innenwinkel“; das Ganze mit Radausschnitten und Heckabschrägung wie beim Bocklet Dakar 700. Das Bett sollte quer ins Heck, ein großes Bad quer in die Front – und damit war das weitere Layout schnell gesetzt. Der Kühlschrank landet gleich hinter der Eingangstür rechts, die Sitzgruppe ist quer vor dem Bett platziert, damit Tanks und Technik aus Gewichtsaspekten gleichmäßig rechts und links verteilt werden können.

A propos Technik; auch hier haben wir die wesentlichen Eckdaten schon festgelegt. Frischwasser ca. 300l, Abwasser ca. 150l, 140l Kühlschrank, 800W Solar, 440Ah/24V AGM-Batterien, Kochen und Heizen mit Gas, Stauraum im Heck unter dem Bett, Durchgang zum Fahrerhaus. Besonderheiten dabei: Auf einen sonst rund 100l großen „Schwarzwasser“-Tank für die Toilette können wir verzichten, da eine Trockentrenn- oder Komposttoilette eingebaut wird. Das spart nicht nur Bauraum, sondern vor allem kostbares Trinkwasser. Und nachdem wir auf dem Fahrerhaus kein rund 140kg schweres Ersatzrad transportieren wollten, wird dieses in die Kabinenrückwand integriert, ähnlich wie beim Bocklet Dakar 815.
So fertig alles klingt, so viel Arbeit ist im Detail noch zu tun. Über drei wesentliche „Upgrades“ denken wir gerade noch nach. Zum ersten würden wir gern die bisher schon geplanten, doppelt verglasten Fenster statt von Outbound von Marktführer KCT nehmen – der Satz Fenster liegt preislich dann alleine aber im Bereich eines Kleinwagens. Zum zweiten sind AGM Batterien eigentlich nicht mehr zeitgemäß; LiPo-Akkus sind leichter, haltbarer und verfügen über viel bessere Lade- und Entladeeigenschaften. Und zum dritten schwebt uns eine zusätzliche dieselbetriebene Wasserheizung vor, die in Ergänzung zur geplanten Luftheizung eine gleichmäßigere Erwärmung des Innenraums und bei kalter Witterung sogar eine Vorwärmung des Kühlwassers vom Motor erlaubt.
Ob auch wir uns das erlauben können, müssen die nächsten Wochen zeigen. In jedem Fall ist eine Abgabe des Fahrzeugs für den Bau der Kabine inzwischen für Anfang April geplant. Dann geht es auf nach Koblenz; und Mitte 2020 nennen wir dann hoffentlich einen fertigen Expeditions-LKW unser Eigen.