Auf nach … Holland

Nach Holland? Naja, an die niederländische und deutsche Nordsee, wenn man ganz genau ist. Und ja, es ist uns klar, dass wir für diese Reise kein offroad-geeignetes Reisemobil mit Euro 1 ohne AdBlue benötigen. Aber mehr als Holland geht dieses Jahr einfach nicht: Corona, Job, Familie.

Ganz nach dem Motto “der Weg ist das Ziel”, ist die Anfahrt bereits Teil der Reise. Wir trinken morgens zu Hause noch gemütlich auf der Terrasse einen Milchkaffee in der Sonne, packen ganz entspannt und brechen erst dann auf.

Der erste Stop ist ein Platz von Landvergnügen auf einem ehemaligen Bauernhof. Das Konzept haben wir hier schon mal beschrieben. Wir stehen wie immer kostenlos, legal und in toller Natur. Das lokale Gewerbe unterstützen wir mit einem Einkauf im Hofladen. Von unserem Gastgeber erfahren wir viel über die Probleme der Viehwirtschaft in Franken. Sinn macht es nicht, dass wir als Verbraucher Milch unter dem Erzeugerpreis kaufen, der Erzeuger dann aber von unseren Steuergeldern Zuschüsse zum Überleben braucht. Wieso nicht gleich einen fairen Preis zahlen? Beim Kaffee klappt das ja auch.

In der Osteifel machen wir den nächsten Zwischenstopp. Wir stehen auf dem Parkplatz hinter einer bewirtschafteten Wanderhütte mit phantastischer Aussicht auf die Berge und Täler der Eifel. Die Stille ist unglaublich. Wir laufen ein wenig durch die tolle Natur, sitzen abends zum Sonnenuntergang auf einer Bank und genießen den Ausblick und die Ruhe des ausklingenden Tages. Seele baumeln lassen und abschalten. Alles ist so friedlich. Der Stress der letzten Wochen und Monate scheint weit weg zu sein, auch wenn uns die Gedanken immer wieder einholen. Hier weihen wir unseren neuen Gasgrill ein – mit Christophs Eltern und ihren Freunden, bei denen sie gerade in der Ferienwohnung leben. (Vegetarische) Bratwurst im Brötchen mit Senf und dazu Kölsch aus der Flasche. Einfach, pragmatisch und unkompliziert. Das ist Camping für uns.

Der Stau auf den Autobahnen rund um Bonn, Köln, Leverkusen und das Ruhrgebiet macht im LKW noch weniger Spaß als im PKW. Eine Baustelle folgt der nächsten. Das Verkehrschaos ist unfassbar. Über 3 Stunden für 150 Kilometer nerven uns und wir sind froh, unseren nächsten Zwischenstopp zu erreichen. Wir treffen uns mit Bekannten auf ein Eis in Moers und fahren nach einem netten Plausch weiter zu Studienfreunden, mit denen wir den Abend und den nächsten Morgen verbringen. Es ist wie früher: gemütlich essen, quatschen, Cremont und Wein trinken, und nach der Nacht in Mzungu gibt es auch noch ein fulminantes Frühstück. Wir werden so sehr verwöhnt und sind glücklich darüber, so viele nette und liebe Menschen in unserem Leben zu haben. Morgens geht es dann endgültig nach Zeeland zum eigentlichen Urlaub.

Der Neue in der Familie unserer Grills

Wir hatten schon mal hier über unser Equipment zum Thema Kochen, Grillen und Lagerfeuer berichtet. Unsere Familie ist nun um ein neues Mitglied diesbezüglich gewachsen.

Im Sommer tun wir uns schwer damit, offenes Feuer in waldreichen Regionen oder auf trockenen Wiesen zu machen. Außerdem ist das auf vielen Stellplätzen und Campingplätzen nicht erlaubt. Da unser Jahresurlaub 2021 zu einer Woche Camping in Holland geschrumpft ist, Ina aber gerne draußen grillen wollte, musste eine Lösung her.

Mzungu hatten wir mit einer Gassteckdose im Heck konzipiert und so konnten wir uns für einen Gasgrill entscheiden. Nach etwas Recherche haben wir uns einen Safari Chef 2 in der 30 mbar Niederdruckvariante von CADAC zugelegt. Das kleine und kompakte Packmass von 33cm x 33cm x 23cm ist den drei einklappbaren Standbeinen geschuldet und war für uns ein wesentliches Entscheidungsmerkmal. Für zwei Personen reicht die 28 cm Grillfläche im Durchmesser locker aus. Wenn Gäste kommen, dauert es zwar etwas länger, bis alle versorgt sind, aber dann ist das Warten ja auch Teil des Grillvergnügens. Die Gussplatte verteilt die Wärme sehr gut und die Hitze von 1,8 kW reicht vollkommen aus zum Kochen und Grillen.

Alles in allem ist der CADAC Safari Chef 2 eine sehr gute Ergänzung für das kleine Grillvergnügen zwischendurch.

Campingvergnügen auf dem Land

Hier möchten wir Euch das Konzept von Landvergnügen vorstellen, das uns unglaublich gut gefällt.

Die Idee ist eigentlich ganz simpel: Man erwirbt eine Jahresmitgliedschaft bei Landvergnügen und erhält dafür einen Campingführer, eine Vignette für‘s Auto und einen Mitgliedsausweis mit Mitgliedsnummer. Letztere benötigt man, um die optionale App auf dem Smartphone frei zu schalten. Die Informationen der App sind identisch zu denen im Campingführer, aber die Nutzung ist komfortabler als die der Papierversion.

Zwischen dem 01.04. und dem 31.03. des Folgejahres kann man mit seinem Reisemobil, Wohnwagen oder Campingbus (die Vignette muss an der Scheibe kleben) bei 1.100 Gastgebern in ganz Deutschland kostenlos für 24 Stunden stehen. Telefonische Voranmeldung einen Tag vor der Anreise oder am Anreisetag sind obligatorisch. Bei der Ankunft registriert man sich mit seinem Mitgliedsausweis (vorher noch Kennzeichen eintragen und unterschreiben) und seiner Mitgliedsnummer.

In der Regel ist bei man bei landwirtschaftlichen Betrieben zu Gast, beispielsweise Bauernhöfen oder Weingütern, die zwischen einem und drei Stellplätzen anbieten. Einen Camping-Service gibt es häufig nicht, dafür traumhafte Natur und viel Platz. In den meisten Fällen steht man völlig autark; die vorhandenen Services sind im Campingführer und der App aufgeführt. Die Gastgeber haben viele spannende Informationen und verkaufen lokale Produkte; dabei gibt es keinen Kaufzwang, aber natürlich wird es gerne gesehen, wenn man den lokalen Hofladen unterstützt. So haben wir bei den letzten Besuchen Alpaka-Wolle, Honig und Wallnussöl erstanden und auch schon verbraucht. Man sollte sich bewusst sein, dass man bei Privatleuten bzw. auf einem bewirtschafteten Hof zu Gast ist und nicht auf einem Campingplatz. Es ist fast wie frei stehen – nur legal, und genau das macht den Reiz aus.

Da die Campingführer sehr beliebt und schnell ausverkauft sind, hier noch ein Hinweis: Die Vorbestellung für 2022 ist bereits jetzt möglich. Rund 1.400 Gastgeber sind es nächstes Jahr. Die Gebühr ist auf 50 Euro gestiegen – dennoch ein guter Deal, finden wir, und drücken schnell den „Bestellen“-Button.

Wer ähnliche Konzepte in anderen Ländern kennt, kann uns gern eine Nachricht senden. Wir testen es dann und stellen es hier vor.