Schönes Deutschland: Unterwegs im Chiemgau

Wieder einmal stellen wir fest, wie wunderschön Deutschland ist. Wir fahren mit Mzungu bei traumhaftem Mai-Wetter durch den Chiemgau, gönnen uns eine kurze Auszeit und nehmen Euch in diesem Bericht mit auf unseren Kurztrip. 

Sanfte Hügel mit saftige Wiesen, frisch gepflügte Felder, eine farbenfrohe Blumenvielfalt, satte hell-grüne Wälder und dabei immer die Chiemgauer Alpen am Horizont unter blau-weißem Himmel – die Landschaft Oberbayerns präsentiert sich uns bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad von ihrer besten Seite. 

Wir fahren zunächst von München über Ebersberg nach Griesstätt und Wasserburg. Dabei stellt Ebersberg mit seinem Aussichtsturm aus dem Jahre 1914, dem liebevoll angelegten Naturlehrpfad und dem Gasthof „Ebersberger Alm“ für uns einen netten Zufallsfund dar. Wasserburg, mit seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, die zu 7/8 vom Inn umschlossen ist, ist hingegen ein bekanntes touristisches Highlight. Diverse Kirchen, der Marktplatz, die rote Brücke und viele wunderschöne Hausfronten empfangen uns. Auch Kunst und Kultur begegnen uns an jeder Ecke – unter anderem am Skulpturenweg entlang dem Inn. Ach ja, und dann ist da noch das Wasserburger Altstadtspringen, das wir erleben dürfen. Seele baumeln lassen, relaxen und Zeit genießen fallen uns hier leicht. 

Weiter geht es mit Mzungu nach Rankham und auf die Herreninsel im Chiemsee. Der Chiemsee selbst wird auch das Bayerische Meer genannt, denn er ist der flächenmäßig größte See Bayerns. Christoph liebt Schiff-Fahren, daher ist die Fahrt von Prien auf die Herreninsel schon allein deshalb ein Muss.

Auf der Insel befindet sich das Neue Schloss Herrenchiemsee. Gebaut wurde es unter dem Märchenkönig Ludwig II. nach dem Vorbild des Schloss von Versailles. Der fantastische Garten wurde im klassischen Barockstil in Anlehnung an die Gärten von Versailles geplant. Schloss und Garten wurden jedoch nie in der geplanten Form fertiggestellt, denn die Arbeiten endeten mit dem Tod Ludwig II. im Jahr 1886. Gut, dass der Nachlassverwalter des Königs sich dessen letztem Willen widersetzte. Ludwig II. wollte nämlich, dass all seine Schlösser nach seinem Ableben zerstört werden. Ganz schön egoistisch und unendlich schade wäre das aus unserer Sicht gewesen, denn das Anwesen Herrenchiemsee mit seinem Blick auf den Chiemsee ist zu schön … 

Wir übernachten während unserem Kurztrip durch den Chiemgau wieder über Landvergnügen – diesmal auf einer Alpaka-Farm und einem Bio-Hof. Wer das Konzept noch nicht kennt, findet hier Details dazu. Wir sind wie immer begeistert. 

Da wir die Fahrräder in Mzungu gut mitnehmen können, sind wir flexibel, können den LKW außerhalb größerer Orte parken, sind dennoch mobil und tun auch noch etwas für unsere Fitness. Die Radwege im Chiemgau sind außerdem wunderschön gelegen zwischen Feldern und Wiesen, durch Wälder und entlang von Seen und Flüssen. Das Radeln macht Lust auf mehr. Wir verbrauchen bergauf und bergab bei traumhaftem Wetter viel Energie, die wir mit gutem selbstgekochtem oder selbstgegrilltem Essen wieder auffüllen. Mzungu bietet uns dabei jeden erdenklichen Luxus. 

Wir genießen jeden Moment und würden gerne weiterfahren. Rechts geht es zum Brenner und links nach München. Mit einem tiefen Seufzer biegen wir links ab … diesmal …

Fototour im Eispalast am Hintertuxer Gletscher

Corona-bedingt mussten wir unseren Besuch im Hintertuxer Gletscher in den Zillertaler Alpen mehrfach verschieben. Im Oktober 2021 ist es endlich so weit. Eine Übernachtung ist nicht geplant, die Straßen sind alle asphaltiert (und in gutem Zustand) und das Wetter ist sonnig und trocken. Daher bleiben die Offroader diesmal zu Hause und wir cruisen im Cabrio gemütlich von München nach Hintertux.

Als chilligen Start ins Abenteuer gönnen wir uns einen Kaffee an der Talstation Hintertux auf 1.500 Meter Höhe und nehmen erst dann den Gletscherbus zur Sommerbergalm. Nach ein paar Minuten Fußweg bergan werden wir mit phantastischen Aussichten verwöhnt. Es ist windstill und traumhaft warm für die Jahreszeit, der Himmel strahlt in seinem schönsten blau und die Landschaft ist sommerlich grün. Ein wahres Wanderparadies, aber uns ist viel zu warm in unseren Daunen-Jacken.

Lange bleiben wir also nicht. Gewandert wird beim nächsten Mal. Uns zieht es diesmal weiter den Berg hoch und es geht mit dem Gletscherbus auf 3.250 Meter. Plötzlich stehen wir in einer anderen Welt – Schnee, Eis, unendliches weiß, gleißend hell. An der gefrorenen Wand, direkt neben den Skipisten beginnt der kurze, aber steile und rutschige Weg zum Eispalast, der 2007 von Roman Erler entdeckt wurde, 25 Meter unter den Skipisten liegt und das Ziel unseres Kurztrips ist.

Über die mit Trittblechen und Matten ausgelegten Gänge bewegen wir uns auf einer geführten Tour durch einen Teil des Höhlensystems. Die Wände sind mit Eis überzogen.

Immer wieder leuchten farbige Lichtinstallationen und sogar ein Kunstwerk gibt es im erwigen Eis. Im unterirdischen Gewirr der Gänge ist es Sommer wie Winter Null Grad kalt und neben unseren Daunen-Jacken sind hier auch Mütze und Handschuhe angebracht.

Über Stufen und Leitern kommen wir zu einem im Eis eingeschlossenen unterirdischen See – geologisch eine absolute Seltenheit. Als Highlight gleiten wir mit der Gruppe aus ca. 20 Personen mit einem Boot über den See, der nur eine Hand breiter ist als unser Gefährt.

Die Tour ist ein Geschenk von Christoph an Ina und umfasst als Foto-Tour eine Foto-Genehmigung und die Möglichkeit, mit einem privaten Guide fast eine Stunde lang den Kristallpalast zu erkunden. Währen alle anderen nur einen Blick in diese enge, mit Spikes zu begehende Höhle werfen, dürfen wir hier verweilen und die Eindrücke in aller Ruhe mit einem tollen Guide genießen. 

Das funkelnde Eis, die weit verzweigten Gänge auf unterschiedlichen Ebenen, die Hohlräume mit ihren Eisformationen, das alles ist ein unglaubliches Erlebnis, das uns atemlos und wortlos macht. Die gewaltige Schönheit dieser Natursehenswürdigkeit berührt uns tief im Inneren. Auch wer nicht fotografieren möchte, sollte sich den Kristallpalast und die Ruhe und Stille nicht entgehen lassen. Einfach da zu sein ist das wahre Erlebnis – das Fotografieren ist in den Hintergrund getreten.

Obwohl natürlich schon ein paar tolle Fotos dabei rumgekommen sind und ein Video gibt es auch …

Berge, Wein und mehr

Die letzte Mail formulieren, noch schnell ein Dokument verschicken, den Abwesenheitsagenten aktivieren – und schon geht‘s am Mittwochabend los in den Kurzurlaub. Wir fahren mit dem Defender Ende Juni auf eine Wohlfühl-Tour in die Berge. Der „Kleine“ ist für die langen Autobahnetappen und die engen Passtrassen besser geeignet als Mzungu und wir freuen uns auf das direktere Camping- und Draußen-Feeling. Ausserdem haben wir gutes Sommerwetter bestellt, sodass wir den Komfort von Mzungus Wohnkabine wenig vermissen werden.

Leider gibt am Anfang des Trips Lieferprobleme beim Wetter – aber egal, wir werden die 4 Nächte dennoch genießen und fahren erstmal raus aus München… Gerade bei Kurztrips genießen wir es abends nach der Arbeit schon los zu fahren. Der letzte Arbeitstag endet dann schon mit Urlaubsentspannung und gefühlt ist der Trip einen ganzen Tag länger. Wie schon so einige Male geht es bis nach Krün zum – für Christoph – traditionellen Zwiebelrostbraten. Die Nacht im Defender ist dank Standheizung kuschelig warm und unsere Matratze ist gemütlich wie immer. Gefrühstückt wird am nächsten Morgen ganz entspannt mit frischen Brötchen und druckfrischer Tageszeitung bei Nieselregen und etwa 10 Grad Außentemperatur unter unserer Foxwing-Markise.

Wir lassen uns vom Wetter nicht beirren und fahren von tief in die Bergtäler hineinhängenden Wolken und Musik von Marillion begleitet über den Brenner. Endlich regnet es nicht mehr.

Als wir dann endlich in den Dolomiten sind und zum Passo Valparola hinauf fahren, sind wir von der Landschaft absolut hingerissen. Ein traumhaftes Bergpanorama eröffnet sich uns – im Osten erheben sich die steilen, kahlen und schroffen Felsen der Dolomiti d‘Ampezzo und im Westen begleiten uns bewaldete und mit Wiesen  und Blumen gesäumte Berge. Unzählige Radler quälen sich die Paßstrasse hoch, immer wieder sehen wir Wanderer auf den Wegen abseits der Hauptstraße. Es ist ein Paradies für Aktivurlauber und wir bedauern, dass wir nur auf einem KURZ-Trip sind.

Es geht wieder runter ins Tal und dann in dutzenden Kehren mit bis zu 18%iger Steigung hoch zum fast 2.300 Meter hohen Passo di Giau. Die Wolkendecke reißt auf und wir dürfen den Höhepunkt des Tages bei strahlend blauem Himmel, klarer Sicht und Sonnenschein genießen. Die Felsen strahlen im warmen Nachmittagslicht und wir sind überwältigt von dem Anblick.

Unser Campingplatz in Palafavera liegt auf 1.600 Metern und damit einige Meter tiefer als der Pass vorher. Wir haben blauen Himmel, kochen und krabbeln ins Bett als es dunkel wird. Der Himmel ist klar und die Nacht mit 6 Grad recht kalt. Dafür ist der Ausblick am nächsten Morgen sensationell. Durch die terrassenartig angelegten vereinzelten Campingbuchten haben wir einen direkten, traumhaften Blick auf die vor uns liegenden und von der Morgensonne erleuchteten Berge. Wir genießen Inas Geburtstagsmorgen ganz stressfrei und fahren erst spät weiter. 

Von hier ist es nur ein Katzensprung zur Mautstraße zum Rifugio Auronzo. Das Rifugio liegt auf 2.300 Metern Höhe auf der Südseite der 3-Zinnen. Am Ende der Stichstrasse gibt es einen Stellplatz für Camper, den wir gleich auf unsere Bucket-Liste schreiben. Auch hier ist der Wettergott auf unserer Seite und wir sehen die 3-Zinnen ohne Wolken und Regen. Der Anblick ist atemberaubend und wir laufen ein Stück entlang diesem traumhaften hochalpinen Panorama. Für die ca. 12 Kilometer lange Umrundung der 3-Zinnen ist es leider schon zu spät und morgen sind Regen und Gewitter vorhergesagt. Daher wird aus dieser Tour diesmal leider nichts. Wir übernachten ganz relaxed auf der Nordseite der 3-Zinnen auf dem Caravanpark Sexten. 

Der kulinarische Höhepunkt unterer Reise ist das Weingut Saksida. Der Weg dort hin führt uns von den Dolomiten durch eine traumhafte Berglandschaft bis nach Slowenien. Unterwegs gibt es in Ovaro im Café Di Topan Stefano das vermutlich beste Pastrami-Sandwitch außerhalb New Yorks.

Angekommen in Slowenien ist es im fast auf Meereshöhe liegenden Vipava Valley so sonnig und warm, dass wir unsere Markise das zweite Mal auf diesem Kurztrip benötigen – diesmal jedoch gleich mit Seitenteil und als Sonnen- und nicht als Regenschutz. Wir chillen, lesen und genießen das gute Wetter auf dem Weingut von Ingrid und Marko. 

Marko übertrifft sich am Abend in der Küche von Saksida selbst und jeder Gang des Menüs zeugt von Kreativitiät und perfekter Umsetzung. Forelle in Gurkensaft, sautierte Karotte mit Grieben und Joghurt und Wildschweinfilet in Kirschsauce sind nur drei der fünf Gänge. Dazu gibt es immer die ideale Weinbegleitung von Ingrid. Allein wenn wir daran zurückdenken, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Zur Erinnerung nehmen wir wie jedes Mal Wein mit nach Hause und versprechen wiederzukommen. 

Etwas traurig, dass der Kurztrip schon vorbei ist, geht es über den Felbertauerntunnel wieder nach München. Es ist so traumhaft schön in den Bergen, dass wir ganz wehmütig werden. Die Dolomiten haben es uns dieses Mal so sehr angetan, dass wir dieses Jahr am liebsten nochmal hin fahren würden – wir möchten die 3-Zinnen umwandern und dazu am Rifugio Auronzo übernachten. Von München zu den 3-Zinnen sind es 350 Kilometer. Wäre doch gelacht, wenn das nicht noch irgendwo reinpassen würde in die Jahresplanung…