Enklave Musandam

Unsere erste Nacht im Defender verbringen wir nach diversen Einkäufen in der künstlich angelegten Seenlandschaft „Love Lake“ unweit von Dubai. Am Morgen werden wir von Vogelgezwitscher aus dem Schilf geweckt; der Ort ist für einen Wüstenstaat ebenso surreal wie idyllisch.

Wir fahren am nächsten Tag auf einer perfekt ausgebauten, sechsspurigen (je Richtung !) Asphaltstraße nach Nord-Osten und nähern uns dem Gebirge Rus al Jibal. Immer wieder sehen wir am Straßenrand Dromedare, einzeln oder in Herden, friedlich herumstehen.

Nach einer guten Stunde haben wir alle Grenzformalitäten für Ein- und Ausreise für uns und unseren Dicken erledigt und fahren die Küstenstraße zwischen Meer und Gebirge nach Norden. Die Straße hält traumhafte Ausblicke bereit und weite Strände laden zum Campen ein.

Entlang der Strecke nach Khasab fällt die riesige, wunderschöne Moschee in Bukha bei der Einfahrt in den Ort sofort ins Auge.

Weiter nördlich liegt das Wadi Qadah. Die Reste des alten Ortes Tawi am Ende der Strecke, wo sich die Felsen rechts und links fast berühren, sind zu Ziegenställen umfunktioniert worden. Die Menschen leben weiter vorne am Meer. Man erzählt uns vom Alter des mittlerweile nicht mehr bewohnten Orts. Manche der Türen wurden vor 200 Jahren handgefertigt; oben in den Felsen sind Felsmalereien zu erkennen. Einheimische bieten uns Brot an und Kinder zeigen uns Felsgravuren auf herabgestürzten Steinen. Es ist malerisch.

Kurz vor Khasab bleiben wir am Bassa Beach und verbringen dort eine traumhafte Nacht.

Auf Schotterpisten, teilweise über Militärstrassen, geht es von Khasab ins Gebirge. Immer wieder laufen Ziegen über die Straße.

Von einer Anhöhe aus kann man den Khor Najd überblicken sowie eine große Anzahl Fjorde, Buchten und Halbinseln drumrum. Von hier geht es steil herunter in die Bucht (den Khor).

Der Jebel Harim ist der höchste Berg der Enklave. Der Weg windet sich durch traumhafte, karge und schroffe Berglandschaft den Berg hoch auf 1.600 Meter. Unterwegs durchqueren wir die Sayh-Eben, die für die Umgebung überraschend grün und fruchtbar ist. Hinter jeder Kurve ist der Ausblick wieder atemberaubend schön. Unterhalb des Gipfels, der militärisches Sperrgebiet ist, machen wir Mittagspause. Der Ort ist ideal zum Campen.

Da Touristen nicht über den Grenzübergang im Gebirge zwischen dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten reisen dürfen, geht es für uns auf gleichem Weg zurück nach Khasab.

Der Ort Khasab liegt mit seinen kleinen, maximal vier-geschossigen Häusern wunderschön zwischen den Berghängen des Gebirges und zieht sich vom Meer ins Landesinnere. Im Hafen liegt das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ vor Anker. Für uns wirkt das riesige Schiff mit den tausenden Touristen in der eher ländlichen Region völlig fehl am Platz – für die Kreuzfahrer sind wir die Attraktion und immer wieder deuten Touristen mit offenen Mündern auf unser deutsches Nummernschild oder fotografieren das Auto bzw. uns im Auto.

Auch für die Einheimischen sind wir eine Attraktion und werden oft freundlich angesprochen oder angehupt und werden gefragt, ob man uns fotografieren darf.

Wir übernachten mit vielen Ziegen gemeinsam im Akazienwald Birkat al-Khaldiyah außerhalb von Khasab und verlassen am nächsten Morgen die Enklave Musandam wieder Richtung Dubai.

Insgesamt waren alle Campingmöglichkeiten bisher wunderschön. Einziger Nachteil ist bisher der, dass wir noch recht nah an größeren Ortschaften übernachtet haben und Einheimische die gleichen attraktiven Locations für abendliche Parties nutzen, die wir für die Übernachtung wählen.

Dubai: Zusammenfassung und Übernahme des Autos

Dubai ist größtenteils eine neue Stadt. Zwar gab es schon weit vor Christus erste Siedlungen, aber erst 1950 wurden öffentliche Gebäude der Neuzeit wie die Feuerwehr und das Polizeipräsidium gebaut. Als 1969 der Ölexport startete, hatte Dubai 59 T Einwohner, heute sind es 3,1 Mio. Einwohner. Ein gigantisches Wachstum, geplant auf dem Reißbrett. Ein Video dazu findet man hier.

Das Stadtbild ist weitgehend geprägt von Indern, Pakistanis, Afrikanern sowie chinesischen, russischen und westlichen Touristen. Araber sieht man selten, arabische Frauen noch seltener. Eigentlich ziemlich seltsam für eine arabische Stadt.

Dubai ist mittlerweile eine Stadt der Superlative; höchstes Gebäude der Welt, größte Mall der Welt, größtes freihängendes Aquarium der Welt, luxuriösestes Hotel der Welt, geschäftigster Flughafen der Welt etc. Daneben gibt es noch viele weitere unglaubliche “Sehenswürdigkeiten” wie die Jumeirah Palm, die in Form einer Palme künstlich angelegte Inselgruppe mit einer Küstenlinie von ca. 100 Kilometern oder die Skihalle “Ski Dubai” an der zweitgrößten Mall der Welt, der “Mall of the Emirates” (diese gefällt uns im übrigen besser als die doppelt so große glamouröse Dubai Mall). Die ganze Stadt wirkt wie ein riesiges kommerzielles Projekt in arabischem Besitz für Nicht-Araber, betrieben von Nicht-Arabern. Es ist so unglaublich, dass man es kaum in Worte fassen kann.

Unterwegs sind wir in Dubai komfortabel mit einer Tageskarte der Metro, die auch erst 2009 in Betrieb genommen wurde und entsprechend modern, sauber, hell und neu wirkt. Frauen können in ein eigenes, männerfreies Abteil einsteigen (das ist dann doch sehr arabisch), müssen es aber nicht. Da das Wetter im Dezember leicht schwül ist und 30 Grad hat, sind wir froh, dass das Bahnsystem incl. der Stationen fast durchgängig überdacht und klimatisiert ist (an und für sich auch an Wahnsinn). Etwas kurios ist, dass aus Gründen des Energiesparens einige Laufbänder tagsüber stillgelegt sind.

Mit 24 Stunden Verspätung können wir unser Auto übernehmen. Alles hat perfekt geklappt bis auf ein falsch gestempeltes Carnet, um das wir uns beim Export nach Deutschland kümmern werden. Wir waren ganz schön nervös die letzten Stunden und sind jetzt überglücklich. Die Menschen hier sind alle unglaublich hilfsbereit, bemüht und fühlen sich verantwortlich, dass man das richtige bekommt. Wir freuen uns dennoch, raus zu kommen aus dem Wahnsinn und erstmal drei Tage Natur, Landschaft, Einsamkeit und Ruhe zu genießen.

Dubai: Souqs, Creek und Museum

Wie jeder, der nach Dubai fährt, besuchen auch wir die Souqs, jene verwinkelten Gassen, in denen sich kleine Geschäfte ähnlicher Waren, kaum breiter als 3 Meter eng an eng aneinanderreihen. Wir starten mit dem Souq von Deira, der sich nordöstlich vom Dubai Creek befindet (dazu gleich mehr).

Der Deira Souq ist von der Stadtverwaltung restauriert worden und hat aus unserer Sicht nicht den Charme der Souqs, die wir zum Beispiel aus Marrakesh kennen. Die Händler versuchen die durch den Souq bummelnden Touristen gestenreich und multilingual für Ihre Waren zu begeistern und in die Läden zu locken. Die schönste Ansprache des Tages lautete „Schau ‘ma hier, Aldi billig.“ Uns faszinieren insbesondere der Gewürzsouq und der Textilsouq mit ihrer Farbenpracht. Der Goldsouq ist nicht ganz nach unserem Geschmack, aber die mit Gold überladenen Auslagen sind auf jeden Fall eindrucksvoll anzusehen. Bei vielen, wenig traditionellen Dubai-Souvenirs, die man erstehen kann, haben wir den Verdacht, es ist China-Ware.

Der Dubai Creek ist ein 12 Kilometer langer natürlicher Kanal vom Meer hinein in die Stadt. Am Ufer liegen zahlreiche Dhaus (traditionelle hölzerne Boote) für Rundfahrten, als schwimmende Restaurants oder auch für den Fischfang. Zu einem Bummel entlang dem Wasser laden weder die Temperaturen ein noch das Ambiente.

Statt einer Dhau-Fahrt auf dem Creek, nehmen wir zwischen den beiden Souks, die wir besuchen, ein Wassertaxi und bekommen auch so einen tollen Anblick der Dhaus und Gebäude entlang dem Creek.

Auf der süd-westlichen Seite des Creek laufen wir im Stadtteil Bur durch den Old Souq. Dieser gefällt uns um Längen besser. Hier finden wir direkt am Creek ein kleines Restaurant. Die Preise sind zwar wie überall in Dubai ziemlich hoch, aber das Essen ist frisch, von guter Qualität und man sitzt wunderschön vor der Sonne geschützt unter aufgespannten Stoffbahnen.

Interessant im Stadtteil Bur ist auch das Dubai Museum im Al Fahidi Fort. Im Erdgeschoss gibt es traditionelle Boote und ein mobiles Sommerhaus zu besichtigen, in den Gebäuden kann man Waffen, Musikinstrumente und Informationen zum Fort anschauen. Es sind außerdem die Entwicklung und die Geschichte von Dubai im Untergeschoss sehr anschaulich und szenenreich dargestellt. Am Ausgang darf der obligatorische Souvenirshop mit viel Plastik Gold nicht fehlen.

Wir genießen die Tage und lassen zwischen den ganzen Besichtigungen immer mal wieder die Seele baumeln am Strand oder bei einem Kaffee.